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Plötzlicher Geldregen für Mini-Firma aus Montana Trump-Minister weist alle Vorwürfe zurück

Niemand hat je von Whitefish gehört. Doch jetzt hat die Firma mit zwei Mitarbeitern einen 300 Millionen Dollar-Auftrag aus Puerto Rico bekommen. Die Firmenzentrale ist im Heimatort von US-Innenminister Ryan Zinke.

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Hilfe ja, aber um jeden Preis? Ein opulent ausgestatteter Vertrag mit einer unbekannten Firma aus dem Heimatort eines Ministers aus dem Kabinett von Donald Trump sorgt für Aufregung in Washington und in Puerto Rico. Quelle: AP

Washington, San Francisco Ein kleines Unternehmen aus der Heimatstadt von US-Innenminister Ryan Zinke hat einen 300 Millionen Dollar (etwa 258 Millionen Euro) schweren Vertrag für die Reparatur des Stromnetzes im US-Außengebiet Puerto Rico erhalten. Zinke betonte am Freitag (Ortszeit) in einer Stellungnahme, „absolut nichts“ mit der Vergabe des Auftrags an die Firma zu tun gehabt zu haben. Jegliche Versuche der Medien oder politischer Gegner, ihm eine Verbindung zu der Firma zu unterstellen, seien „komplett grundlos“. Nur im elitären Washington könne es als Verbrechen gesehen werden, wenn man aus einer kleinen Stadt stamme, schrieb Zinke.

Die Überprüfungsstelle des Innenministeriums kündigte an, die Vergabe des Auftrags zu bewerten. Zinke habe US-Präsident Donald Trump persönlich versichert, die Auftragsvergabe nicht beeinflusst zu haben, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders. Mitarbeiter der Regierung hätten keine Rolle dabei gespielt, dass die Strom-Behörde Puerto Ricos die Firma aus dem US-Staat Montana ausgewählt habe. Diese Entscheidung habe gänzlich bei den Zuständigen in dem US-Außengebiet gelegen. Und die hätten halt die Firma Whitefish Energy Holdings ausgewählt, die erst zwei Jahre alt ist und offenbar nur über zwei festangestellte Mitarbeiter verfügt und zuletzt einen Jahresumsatz von einer Million Dollar generiert hat.

Ricardo Ramos, Chef der Puerto Rico Electric Power Authority, begründete gegenüber npr.org die Auftragsvergabe mit einer Mischung aus Dringlichkeit und Einfachheit. Man habe gewusst, dass es einen zweiten Volleinschlag eines Hurrikans geben werde und wollte so viele Ressourcen wie möglich haben. Es seinen auch mehrere Angebote eingegangen und man habe zwei Firmen in die Endauswahl genommen, darunter Whitefish. Die zweite Firma habe eine sehr hohe Zahlungsgarantie vor Beginn der Arbeiten gefordert, Whitefish nicht. Deshalb habe man der Firma den Auftrag gegeben. Dazu muss man wissen, dass der Stromversorger von Puerto Rico schon vor dem Einfall des zweiten Hurrikans, Maria, praktisch bankrott war.

Trotzdem fragen sich viele Beobachter, warum der Stromversorger nicht, so wie eigentlich üblich, um Hilfe bei anderen Versorgern angefragt hat. Es gibt eine Organisation, in der sich Stromversorger in den USA gegenseitig eher unbürokratisch im Notfall Hilfe vermitteln. Statt dessen habe man sich direkt an Whitefish gewandt.

Das kann im Extremfall sehr teuer werden. Die Washington Post berichtet, dass der Stundenlohn für einen einen Leiter einer Baustelle bei 330 Dollar liegt, ein Starkstromelektriker bekommt 227,88 pro Stunde. Die von Whitefish angeheuerten Subunternehmerbekommen für einen Vorarbeiter 462 Dollar pro Stunde und der einfache Arbeiter wird mit 319 Dollar abgerechnet. Für jeden Mitarbeiter vor Ort kommt eine Übernachtungspauschale von 332 Dollar pro Tag dazu und 80 Dollar pro Tag für Verpflegung. Die Gewerkschaft der Elektriker in Puerto Rico zeigte sich fassungslos angesichts der Zahlen. „Wir brauchen Hilfe und Unterstützung“, hieß es auf Twitter. „Aber unter diesen Umständen ist es unmöglich und sehr fragwürdig. Wer erlaubt so etwas?“ Das fragen sich jetzt auch noch andere. Die Bürgermeisterin von San Juan, Yulin Cruz, forderte eine sofortige Aufhebung des Vertrags und eine Neuausschreibung unter transparenten Regeln. Fast die gesamte Katastrophenhilfe der US-Katastrophenschutz-Behörde Fema für den Wiederaufbau des Stromnetzes könnte sonst in einen kleinen Ort in Montana fließen.

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