Politische Beziehungen USA erleichtern Handel mit Kuba mehr als erwartet

Der Zeitpunkt scheint nicht zufällig gewählt: Kurz vor der Ankunft des Papstes macht Obama den Handel mit Kuba noch einmal leichter.

Das Ende der Eiszeit
Revolutionäre an die Wand Die meistgefeierten Revoulutionsführer Ernesto „Che“ Guevara, „El Commandante en Jeffe“ Fidel Castro, der „Maximo Lider“, und Camilo Cienfuegos (von links). Unten links die Yacht „Granma“, mit der die Revolutionäre 1956 von Mexiko nach Übersetzen und ihren Guerillakampf begannen. Quelle: Henning Krumrey
Jugend und Alter Die Mehrzahl der Häuser in Havanna sind in einem beklagenswerten Zustand. In die historische Altstadt fließen UNESCO-Mittel, um das Weltkulturerbe zu retten – in den normalen Wohnvierteln ist wenig Hilfe in Sicht. Quelle: Henning Krumrey
Machete gegen Mörtel Der Trümmermann in einem Quartier südlich der Innenstadt bereitet das Material für den Wiederaufbau vor. Quelle: Henning Krumrey
Tristesse an der Prachtstraße Selbst am viel gerühmten „El Malecon“ stehen etliche Häuser leer und vergammeln Quelle: Henning Krumrey
Auto-Torso Die alten amerikanischen Straßenkreuzer lassen sich oft nur mit größtem handwerklichen Geschick und vollem Körpereinsatz flott halten. Quelle: Henning Krumrey
Kubanische Flotte Zum Straßenbild gehören die aufpolierten US-Schlitten, die Cadillacs und Chevrolets der 50er und frühen 60er Jahre, die Touristen durch die Stadt kutschieren Quelle: Henning Krumrey

Die USA weichen das Handelsembargo gegen Kuba weiter auf. Kurz vor der Reise des Papstes nach Kuba und in die USA gab das Weiße Haus am Freitag Details bereits bekannter Erleichterungen für die Sanktionen gegen Kuba bekannt. Sie gehen weiter als erwartet. Die neuen Regeln erleichtern US-Unternehmen Geschäfte mit dem kommunistisch regierten Inselstaat und machen das Reisen leichter.

US-Finanzminister Jack Lew sagte, diese Entscheidung mache die Entschlossenheit der Regierung von Präsident Barack Obama deutlich, einen „konstruktiven Wandel“ für das kubanische Volk zu unterstützen.

Die Erleichterungen gelten unter anderem für Internet- und Telekommunikationsanbieter sowie für Investoren und Bankgeschäfte. Außerdem wird der Transfer von deutlich mehr Touristen und Handelsgütern mit Fähren zwischen beiden Ländern erlaubt. Leichter wird auch der Import bestimmter Geschenke.

Die Geschichte der Kuba-Krise

Die neuen Regeln treten am Montag in Kraft. Das fällt mit dem Besuch des Papstes auf Kuba zusammen, der an diesem Samstag in Havanna erwartet wird und vier Tage auf der Karibikinsel bleiben will.

Obama hatte sich für eine vollständige Aufhebung der Sanktionen eingesetzt. Diese kann aber nur der Kongress beschließen. Solange dort die Republikaner die Mehrheit haben, wird das nicht passieren. Der Vatikan hatte sich am Donnerstag für eine Aufhebung des US-Embargos ausgesprochen.

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In einem historischen Schritt hatten Obama und sein kubanischer Amtskollege Raúl Castro im Dezember 2014 angekündigt, ihre Länder wollten wieder volle diplomatische Beziehungen aufnehmen. Obama hob zudem eine Reihe von Sanktionen gegen Kuba auf. Außerdem wurde das Land von der US-Liste der Terror unterstützenden Staaten gestrichen.

Beide Länder haben in diesem Sommer Botschaften im jeweils anderen Land wiedereröffnet.

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