Polizist Darren Wilson "Ich weiß, dass ich meinen Job richtig gemacht habe"

Nach der Nicht-Anklage der weißen Polizisten Wilson eskaliert die Situation in Ferguson ein weiteres Mal. Russland nutzt die Ausschreitungen, um den USA Rassismusprobleme vorzuwerfen.

Ferguson im Ausnahmezustand
Polizisten in Ferguson: Demonstranten wüten in der Stadt, weil eine Jury einen Polizisten, der einen Schwarzen tötete, nicht vor Gericht stellen will. Quelle: dpa
Demonstranten in Ferguson legen sich auf die Straße. Quelle: dpa
Demonstranten in einer Rauchwolke. Quelle: dpa
Eine Frau, die unter einem Tränengasangriff leidet. Quelle: dpa
Ziegelsteine fallen auf Autos. Quelle: dpa
Demonstranten vor dem State House in Boston halten Plakate und Blöcke: "Black Lives Matter" - Schwarze Leben gelten etwas. Quelle: REUTERS
Demonstranten in Chicago. Quelle: AP

Der Polizist Darren Wilson hat beteuert, vor den Todesschüssen auf Michael Brown habe der unbewaffnete schwarze Teenager entgegen Zeugenaussagen „keineswegs“ die Hände gehoben. Er habe nichts anderes in der Auseinandersetzung in Ferguson tun können, sagte der 28-Jährige am Dienstag (Ortszeit) in einem Interview mit dem Nachrichtensender ABC News. Während US-Präsident Barack Obama die Gewalt in dem Vorort von St. Louis rügte, meldete sich Russland mit Kritik an dem Umgang der USA mit rassistischen Problemen zu Wort.

„Ich weiß, dass ich meinen Job richtig gemacht habe“, sagte Wilson dem ABC-News-Moderator George Stephanopoulos. Vor den Schüssen auf Brown war er weniger als drei Jahre lang als Polizist in Ferguson im Einsatz gewesen. Es sei das erste Mal gewesen, dass er seine Waffe benutzt habe, sagte der 28-Jährige. Er habe ein reines Gewissen. Eine Geschworenenjury hatte am Montag entschieden, Wilson wegen seiner Schüsse auf Brown nicht anzuklagen. Der Beschluss hatte in den USA einen vielerorts gewalttätigen Proteststurm ausgelöst: Demonstranten rissen in der Innenstadt von St. Louis im US-Staat Missouri Barrikaden um und nahmen die Stufen eines Gerichtsgebäudes ein. In Ferguson brannten zwölf Gebäude nieder, andere Geschäfte wurden ebenso wie Polizeiautos angesteckt. Es kam zu Plünderungen.

Obama sagte am Dienstagabend, es gebe keine Entschuldigung dafür, Gebäude anzuzünden oder Fahrzeuge abzufackeln. Er habe keinerlei Verständnis für diejenigen, „die ihre eigenen Gemeinde zerstören“, sagte der US-Präsident. Er verstehe jedoch, dass viele Menschen wegen der Jury-Entscheidung aufgebracht seien. Viele Gemeinschaften von Dunkelhäutigen hätten das Gefühl, „dass unsere Gesetze nicht immer einheitlich oder gerecht vollstreckt werden“, sagte Obama. Die friedlichen Demonstranten könnten sicher sein, dass der Präsident auf ihrer Seite sei. „Nehmen Sie nicht den kurzfristigen, einfachen Weg, indem Sie sich an zerstörerischem Verhalten beteiligen. Nehmen Sie den langfristigen, harten, aber bleibenden Weg, mit mir und Gouverneuren und Staatsbeamten zusammenzuarbeiten, um einen wirklichen Wandel zu bringen.“ Ähnlich äußerte sich auch der scheidende US-Justizminister Eric Holder.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%