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Post aus Harvard

Digitalisierung: Mehr Gewinner als Verlierer

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Viele Dienstleistungsjobs sind nicht ersetzbar

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass der zunehmende Gebrauch von Robotern und Computern in der Produktion dazu beiträgt, dass Arbeitnehmer weniger Stunden arbeiten müssen. Wir in den USA haben da einen Nachholbedarf: Der durchschnittliche US-Arbeitnehmer arbeitet derzeit 1790 Stunden im Jahr, 30 Prozent mehr als in Deutschland mit 1371 Stunden.

Weniger Arbeitsstunden bedeuten für viele ein angenehmeres Leben mit längeren Ferien und Wochenenden. Ökonomisch gesehen bedeutet die Arbeitszeitverkürzung bei gleichem oder steigendem Wohlstand auch mehr Nachfrage für touristische und gastronomische Dienstleistungen und viele neue Arbeitsplätze in diesen und ähnlichen Sektoren. Um die Gesamtzahl der Arbeitsplätze muss man sich darum keine Sorgen machen. Hinzu kommt, dass die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung den Arbeitskräftebedarf im Gesundheitssektor und bei der Altenpflege wachsen lässt.

Schon jetzt finden sich 81 Prozent aller amerikanischen Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor. Jahr für Jahr werden es mehr. Wer seinen Arbeitsplatz in der Industrie oder auf dem Bau verloren hat, kann hier unterkommen – und so wird es weitergehen, auch wenn die Computer noch effizienter werden als heute.

So entwickeln Sie die richtige Digitalstrategie

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass Computer und Roboter viele Dienstleistungsjobs nicht ersetzen können. In der Altenpflege zum Beispiel können sie durchaus einige Aufgaben erfüllen – aber keine, bei denen wirklich Menschen angefasst werden müssen. Solche Überlegungen kann heute schon jeder junge Mensch bei der Wahl seines Berufs oder seines Ausbildungsgangs anstellen. Auch das wird für weniger Arbeitslosigkeit in der Zukunft sorgen.

Vier Erfolgsmuster für Unternehmen im digitalen Wandel

Noch ein Wort zum internationalen Vergleich: In der Europäischen Union ist die Arbeitslosenrate derzeit mehr als doppelt so hoch wie in den USA. Das hat viele Gründe. Einer der wichtigsten ist aber, dass wir Amerikaner keine Arbeitsgesetze und von Gewerkschaften durchgesetzten Beschränkungen haben, die Unternehmer an der Einführung neuer Technologien hindern.

Für uns in den USA folgt daraus, dass der Arbeitsmarkt relativ frei bleiben muss, damit die Beschäftigten sich zu ihrem eigenen Vorteil an die neue Technologie anpassen können.

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