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Präsidentschaftswahl 2016 Bush und Clinton laufen sich warm

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Jeb setzt sich bewusst von Bruder George W. ab

Was die Welt nach dem 11. September noch stärker verändert hat
Die Terroranschläge von 9/11 Quelle: dpa
10. Barack Obama wird US-Präsident... Quelle: REUTERS
...und reicht der Welt die Hand Quelle: dapd
9. USA führen Krieg gegen den Irak Quelle: dapd
8. Social Media rückt die Welt zusammen Quelle: REUTERS
7. Aufstieg Chinas zur Weltmacht Quelle: REUTERS
6. Die Schande von Abu Ghraib und... Quelle: dpa

Im Bewusstsein, dass er als zweiter George W. Bush keine Chance bei den Wählern haben würde, setzte sich Jeb von schon vor etlichen Jahren von seinem Bruder ab und profilierte sich mit Themen, die sonst eher von Demokraten besetzt werden. Selbst mit einer Mexikanerin verheiratet, engagiert er sich für Einwanderer aus Lateinamerika und für staatliche Bildungsangebote zugunsten einkommensschwacher Schichten. Dass die extreme Tea-Party-Bewegung den Politikbetrieb in Washington mutwillig blockiert, kritisierte er scharf. „Er ist der einzige Erwachsene unter den republikanischen Präsidentschaftskandidaten“, heißt es im Tea-Party-kritischen Establishment der Republikaner.
So überraschend der jüngste politische Höhenflug von Jeb Bush für viele Wähler auch sein mag – in seinem Umfeld wurde schon lange mit seinem Griff nach dem Präsidentenamt gerechnet. „Ich fände es gut, wenn Jeb irgendwann für das Präsidentenamt kandidieren würde“, ließ sich schon 2007 George W. Bush entlocken. Drei Jahre später bekannte sein Vater: „Ich möchte, dass Jeb eines Tages Präsident ist.“ Der Vorsitzende der Republikaner im US-Repräsentantenhaus John Boehner hat sich auch schon festgelegt: Christie habe noch lange mit seinem Skandal zu kämpfen, Jeb Bush gegen „würde einen tollen Präsidenten abgeben“, bekannte er unlängst in einer TV-Show. „Ich hoffe er tritt an“, sagt auch Ana Navaro, eine Strategin der Republikaner. Und nach Ansicht der „Washington Post“ hätte Jeb Bush „die besten Chancen die Vorwahlen zu gewinnen.“

Die Frage nach dem Ausgang der Vorwahlen stellt sich bei den Demokraten kaum noch. Sollte Hillary Clinton antreten, wird sie fast zwangsläufig auch die Präsidentschaftskandidatin. 73 Prozent der demokratischen Wähler wollen derzeit Clinton als Kandidatin, auf Platz zwei folgt mit marginalen zwölf Prozent der amtierende Vizepräsident Joe Biden. „In Washington gehen alle davon aus, dass Hillary antritt und fast so viele, dass sie gewinnt“, sagt augenzwinkernd Matthew Goodman, der in der Zeit von Clinton als US-Außenministerin der Koordinator für Wirtschaftsfragen im Weißen Haus war. In Washington kursieren Listen mit den Namen von knapp 60 demokratischen Senatoren und Kongressabgeordneten, die sich schon jetzt offiziell zu Hillary bekennen. „Zu einem so frühen Zeitpunkt gab es noch nie dieses Ausmaß an Unterstützung“, heißt es bei der Demokratischen Partei.

Noch wichtiger ist das frühzeitige Bekenntnis der großen Spender zu Hillary. Obwohl sie noch gar nicht kandidiert, sammeln bereits vier sogenannte „Super PAC“ (Political Action Committee) Millionen für ihre Unterstützung ein, darunter der größte demokratische PAC „Priorities USA Action“, der im zurückliegenden Wahlkampf allein in Attacken auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney 67 Millionen Dollar investierte. Zudem wollen zahlreiche erfolgreiche Wahlkampfstrategen von Barack Obama, die in der Vorwahl der Präsidentschaftswahl 2008 noch gegen die gegen die damalige Kandidatin Hillary Clinton kämpften, nun für sie arbeiten. Eine so frühe Festlegung auf einen Präsidentschaftskandidaten gab es in der Geschichte der Demokratischen Partei noch nie.

„Big Money“ will den Wahlkampf Bush gegen Clinton, die Bush- und Clinton-Familien wollen ihn und die Kandidaten anscheinend auch. Nur eine wichtige Person im Leben von Jeb Bush ist noch nicht überzeugt: seine 88-jährige Mutter, die einstige First Lady Barbara. „Ich hoffe, er tritt nicht an“, sagte sie unlängst in einem Interview. „Alle meine Feinde, alle Feinde meines Sohnes George, einfach alle werden es auf ihn abgesehen haben, wenn er antritt“, warnte die besorgte Mutter. „Es gibt doch andere Familien in diesem Land. Ich weigere mich anzuerkennen, dass dieses großartige Land keine anderen tollen Leute hervorbringt.“

Die besorgte Barbara Bush wird ihren Sohn wohl nicht mehr stoppen können. Trotz allem Respekt vor seiner Mutter, sagte Bush vor Parteianhängern, „bin ich mit 60 Jahre alt genug, um meine eigenen Entscheidungen zu treffen“.

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