Präsidentschaftswahlen 2016 Scott Walker will nicht mehr kandidieren

Das dicht gedrängte Bewerberfeld der Republikaner lichtet sich weiter: Nun wirft auch Scott Walker das Handtuch. Andere Kandidaten sollten es ihm gleichtun, um Donald Trump in die Knie zu zwingen, fordert Walker.

Scott Walker Quelle: AP

Der Republikaner Scott Walker zieht sich aus dem Rennen ums Weiße Haus zurück. Er wolle helfen, das Feld der Bewerber zu räumen und damit einer positiven konservativen Botschaft Geltung zu verschaffen, erklärte der Gouverneur von Wisconsin bei einer Pressekonferenz in Madison. Andere republikanische Kandidaten sollte es ihm daher gleichtun.

Seine Worte waren offensichtlich als Attacke auf den in Umfragen führenden Quereinsteiger Donald Trump gemünzt, auch wenn Walker ihn nicht beim Namen nannte. Mit einer Warnung vor dem Immobilienmogul hatte sich vor kurzem auch Texas' Exgouverneur Rick Perry aus dem Rennen ums höchste Staatsamt der USA verabschiedet.

Diese Kandidaten wollen 2016 ins Weiße Haus
Donald Trump Quelle: REUTERS
Jeb Bush Quelle: AP
Ben Carson Quelle: AP
Mike Huckabee Quelle: REUTERS
Marco Rubio Quelle: AP
Ted Cruz Quelle: REUTERS
Rand Paul Quelle: AP
Chris Christie Quelle: AP
John KasichOhio, der Heimatstaat des 63-Jährigen, gilt als entscheidend für die US-Wahlen. Kein Republikaner ist je  US-Präsident geworden, ohne  den Staat zu gewinnen. Kasich gehört zur Fraktion der gemäßigten Republikaner und holte in New Hampshire überraschend den zweiten Platz hinter Donald Trump. Quelle: REUTERS
Rick Santorum Quelle: AP
Hillary Clinton Quelle: AP
Bernie Sanders Quelle: REUTERS
Martin O'Malley Quelle: AP
Michael BloombergDer frühere Bürgermeister von New York City spielt mit dem Gedanken als unabhängiger Kandidat bei der Präsidentschaftswahl anzutreten. Falls die Republikaner den Exzentriker Trump und die Demokraten den Linken Sanders ins Rennen schicken würden, räumt sich der 73-Jährige gute Chancen ein. Quelle: AP

„Traurigerweise konzentriert sich die in der Republikanischen Partei stattfindende Debatte heute nicht auf eine optimistische Sicht auf Amerika“, klagte Walker. „Stattdessen ist sie in persönliche Attacken abgedriftet.“ Letztlich wollten die Wähler für etwas sein, nicht gegen jemanden.

Der Rückzug Walkers markiert einen dramatischen Tiefpunkt seiner Kampagne, die zuletzt mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen hatte und kaum Begeisterung entfachte. Dabei hatten Beobachter dem 47-Jährigen, der Ende 2014 als einer der letzten Republikaner seine Kandidatur verkündete, lange eine Führungsrolle zugetraut. Denn Walker konnte anders als viele seiner Rivalen auf einen riesiges Team mit bezahlten Mitarbeitern zurückgreifen, die über das ganze Land verteilt waren.

Im Wahlkampf versuchte Walker vor allem religiöse Bürger, Anhänger der ultrakonservativen Tea Party und die eher traditionell geprägte Basis der Republikaner anzusprechen. Sich selbst bezeichnete er als „aggressiv normalen“ Politiker, der unerschrocken konservative Werte verfechte. Gerne zeigte sich Walker bei Auftritten volksnah auf einer Harley Davidson. Zudem verwies er auf seine drei Wahlerfolge in Wisconsin, wo die Mehrheit der Bürger zuletzt 1984 für einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten votiert hatte.

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Doch tat sich Walker schwer, mit dem populären Quereinsteiger Donald Trump mitzuhalten oder in den zwei TV-Debatten der republikanischen Präsidentschaftsbewerber zu punkten. Wiederholt hatte der Gouverneur von Wisconsin zudem offensichtlich Mühe, klar Position zu bestimmten Themen zu beziehen.

Nun zog Walker die Konsequenzen – und empfahl sich als Beispiel für andere republikanische Bewerber. Er ermuntere andere Kandidaten, es ebenso zu halten, damit die Wähler sich auf eine begrenzte Zahl an Anwärtern fokussieren könnten, die eine positive konservative Alternative zum aktuellen Spitzenreiter anbieten könnten, sagte er. „Das ist fundamental wichtig für die Zukunft der Partei und noch wichtiger für die Zukunft unseres Landes.“

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