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Prism Microsoft half NSA bei Spionageprogramm

Neuen Dokumenten zufolge soll Microsoft die US-Geheimdienste beim Ausspionieren seiner Kunden unterstützt haben. Die Informationen stammen von Whistleblower Snowden. Der Software-Riese hatte zuvor alles bestritten. Derweil hat sich Innenminister Friedrich in die USA begeben, um die Spähaffäre aufzuklären.

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US-Regierung hört mit: Microsoft soll US-Geheimdiensten beim Ausspionieren ihrer Kunden geholfen haben. Dazu gehört auch der Zugang zu Outlook und Skype. Quelle: dpa

Der Software-Konzern Microsoft hat einem Zeitungsbericht zufolge eng mit den US-Geheimdiensten bei der Ausspähung von Kunden zusammengearbeitet. So sei es der NSA ermöglicht worden, die Verschlüsselung von E-Mails zu umgehen, berichtete die britische Zeitung "Guardian" am Donnerstag unter Berufung auf Dokumente des Ex-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. So habe Microsoft vor dem Start des neuen Web-Mail-Portals Outlook.com sichergestellt, dass die NSA stets einen Zugriff auf die Informationen bekommen könne.

Über das Spionageprogramm Prism hätten die NSA und die Bundespolizei FBI zudem Zugriff auf den Cloud-Speicherdienst SkyDrive gehabt. Microsoft habe das Prism-Programm auch darin unterstützt, Video- und Audio-Material des Kommunikationsdienstes Skype zu sammeln.

Microsoft hat stets bestritten, den US-Geheimdiensten freien und direkten Zugang zu gewähren. Kundendaten würden nur nach rechtlich einwandfreier Anforderung durch die Regierung freigegeben. "Microsoft gewährt keiner Regierung pauschal oder direkt Zugang zu SkyDrive, Outlook.com, Skype oder einen anderen Microsoft-Dienst", hieß es von Seiten des Unternehmens. Der Windows-Konzern betonte, er kooperiere mit den Behörden nur in den Fällen, in denen dies per Gesetz vorgeschrieben sei. Es handele sich nicht um einen flächendeckenden Zugriff, sondern stets nur um Einzelfälle, wiederholte Microsoft. Snowden betont hingegen, die NSA könne nach Belieben auf Informationen zugreifen. Wegen der mutmaßlichen Datenspionage durch die NSA erstatteten Menschenrechtsorganisationen in Frankreich Anzeige.

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Mehrere Wochen nach den Enthüllungen über US-Spähprogramme will sich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Freitag in Washington um Aufklärung bemühen. Antworten auf die drängenden Fragen in der Spähaffäre erhofft er sich von Treffen mit US-Justizminister Eric Holder und der für Terrorabwehr zuständigen Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Lisa Monaco.

Noch am Freitag reist der Minister wieder nach Deutschland. Mit offenen Worten gegenüber den USA will Friedrich klarstellen, dass eine flächendeckende Überwachung nicht verhältnismäßig ist. Der amerikanische Geheimdienst NSA soll deutsche Bürger und Einrichtungen im großen Stil ausgespäht haben. Allerdings ist fraglich, ob die Amerikaner sich umfassend zu den Vorwürfen äußern werden. Mit den Spitzen der US-Geheimdienste wird Friedrich nicht zusammentreffen.

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