Prognose zur Präsidentschaft in Zypern Anastasiades gewinnt Stichwahl in Zypern

Nikos Anastasiades steht vor einer weiteren fünfjährige Amtszeit als Präsident Zyperns. Darauf deutet eine Prognose des staatlichen Rundfunks hin.

Laut der Prognose des staatlichen Rundfunksenders RIK kam Anastasiades auf 54,5 bis 59,5 Prozent der Stimmen. Quelle: dpa

NikosiaDer Präsident Nikos Anastasiades hat laut einer Prognose die Stichwahl um die griechisch-zyprische Präsidentschaft am Sonntag gewonnen. Laut der Prognose des staatlichen Rundfunksenders RIK kam Anastasiades auf 54,5 bis 59,5 Prozent der Stimmen. Der linksgerichtete unabhängige Kandidat Stavros Malas erreichte 40,5 bis 45,5 Prozent. Es war bereits das zweite Mal, dass sich die beiden in einer Stichwahl gegenüberstanden.

Der 71-jährige Anastasiades hat angekündigt, dass eine zweite fünfjährige Amtszeit seine letzte wäre. Er hatte die Wähler gebeten, seiner Erfahrung zu vertrauen, um dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft weiter wachse. Der 50-jährige Malas sagte, er stehe für Wandel in einem ausgelaugten politischen System, in dem gewöhnliche Zyprer zu kurz kämen. Malas wird von der Partei Akel unterstützt, die kommunistische Wurzeln hat.

Ein zentraler Faktor bei der Stichwahl war die Frage, wie sich Wähler entscheiden würden, die in der ersten Wahlrunde weder Anastasiades noch Malas unterstützten. Mehr als ein Drittel der abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang ging an andere Kandidaten und knapp 28 Prozent der 551 000 Wahlberechtigten stimmten gar nicht ab.

„Unser Land ist noch immer mit Problemen konfrontiert und was benötigt wird, ist die Zusammenarbeit von uns allen“, sagte Anastasiades nach der Stimmabgabe. „Ungeachtet dessen, wer heute Abend der Gewinner sein wird, morgen muss ein Tag für jeden, von jedem sein.“

Malas wandte sich an junge Wähler, Frauen und Arbeiter, die noch Auswirkungen der Finanzkrise spürten, die vor knapp fünf Jahren fast zum Bankrott des Landes geführt hatte. „Wir wollen Brücken zwischen staatlichen Institutionen und Bürgern bauen“, sagte er bei der Stimmabgabe. „Und der beste Weg, um das zu tun, ist immer die Wahrheit zu sagen, Wahrheit, Wahrheit und keine Lügen“, sagte er.

Zypern wurde 1974 in einen international anerkannten griechisch-zyprischen Süden und einen abtrünnigen türkisch-zyprischen Norden geteilt. Damals war die Türkei nach einem Putsch von Unterstützern eines Zusammenschlusses mit Griechenland einmarschiert. Die Wahl am Sonntag fand im Süden Zyperns statt.

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