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Proteste Bauern wollen mit Treckern Paris vom Verkehr abschneiden

Auf den Protest in Berlin folgt einer in Paris. Frankreichs Bauern fordern Antworten von dem französischen Präsidenten. Sie wollen die französische Hauptstadt lahmlegen.

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Die Landwirte wehren sich gegen ein von ihnen wahrgenommenes „Bauern-Bashing“. Quelle: dpa

Aus Protest planen französische Landwirte, stunden- oder tagelang den Straßenverkehr in Paris zu blockieren. 1000 Trecker sollten auf dem Pariser Autobahnring geparkt werden, bis Präsident Emmanuel Macron sich zum Gespräch mit den Bauern bereit erkläre, sagte am Mittwoch die Sprecherin einer regionalen Landwirtschaftsgewerkschaft der Nachrichtenagentur AP, Elisa Despiney. Die Landwirte protestieren gegen stagnierende Einnahmen und ihrer Ansicht nach unfairen Wettbewerb. Am Dienstag protestierten bereits rund 10.000 deutsche Bauern mit 5000 Traktoren in Berlin.

Am Mittwochmorgen erreichten blaue und grüne Traktoren den südwestlichen Rand von Paris. Auf Schildern war „Antworte, Macron!“ zu lesen. Polizisten auf Motorrädern begleiteten sie. Auf dem Pariser Ring kamen die Demonstranten dann zum Stehen, einige Protestierende bauten Zelte auf und zündeten Feuer an. In der Innenstadt blockierten Demonstranten zu Fuß die Champs-Élysées und verteilten Heu auf der Prachtstraße.

Konkret beschweren sich die Landwirte über Freihandelsabkommen, die sie benachteiligten. Außerdem haben sie ein Gesetz von 2018 kritisiert, das die französische Agrarwirtschaft speziell fördern sollte. Die von der Regierung versprochenen höheren Einnahmen hätten sie noch nicht gesehen, beklagen die Bauern.

Ein Treffen zwischen Macron und Landwirten war nach Angaben aus dem Präsidentenamt nicht geplant. Landwirtschaftsminister Didier Guillaume unterstützte am Mittwoch die Protestierenden. Bauern würden permanent verunglimpft, genug sei genug, sagte er im Radio Europe 1.

Die Landwirte wehren sich gegen ein von ihnen wahrgenommenes „Bauern-Bashing“ in der Öffentlichkeit, etwa beim Streit über den Einsatz von Pestiziden und den Umgang mit Nutztieren. „Wir wollen einfach arbeiten, ohne dass Leute ständig mit ihren Fingern auf uns zeigen wegen der Pflanzenschutzmittel, die wir einsetzen, wegen des Tierwohls“, sagte der 44-jährige Landwirt Antoine Benoist der AP. „Wir sind die Ersten, wenn es um Sorge für unsere Zukunft geht, um das Denken an die Gesundheit, die Gesundheit unserer Kinder, um das Tierwohl.“

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