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Proteste in Myanmar Sicherheitskräfte töten 18 weitere Demonstranten

In Myanmar gehen die Proteste weiter – und mit ihnen die Gewalt gegen Demonstranten. Die abgesetzte Zivilregierung kündigt nun Widerstandsgesetz an.

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Myanmarische Sicherheitskräfte haben heute erneut Waffengewalt gegen eine Demonstration gegen die Militärjunta eingesetzt. Quelle: dpa

In Myanmar sind bei Protesten gegen die Militärherrschaft am Wochenende mindestens 18 weitere Menschen von den Sicherheitskräften getötet worden. Das ging aus Augenzeugen- und Medienberichten hervor. Die von der Armee abgesetzte Zivilregierung meldete sich über Facebook mit einer Ansprache an das Volk.

Der amtierende Regierungschef Mahn Win Khaing Than kündigte an, die gesetzliche Grundlage dafür zu schaffen, „dass die Menschen das Recht haben, sich selbst zu verteidigen“. Er sprach vom „dunkelsten Augenblick des Landes“ und fügte hinzu, die „Morgendämmerung“ sei aber nah. Mahn Win Khaing Than befindet sich auf der Flucht wie die meisten hochrangigen Vertreter der Regierungspartei Nationale Liga für Demokratie (NLD).

Die gestürzte De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi dagegen ist im Polizeigewahrsam. Seit das Militär Anfang Februar die Macht an sich gerissen und die zivile Regierung abgesetzt hat, kommt es praktisch täglich zu Massendemonstrationen.

Dabei werden die Freilassung und die Wiedereinsetzung von Aung San Suu Kyi ins Amt gefordert. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Assistance Association for Political Prisoners wurden bei den Protesten bislang mehr als 80 Menschen getötet und über 2100 festgenommen.

Am Sonntag eröffneten Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstranten in der Wirtschaftsmetropole Yangon und töteten drei Menschen, wie die Mediengruppe Irrawaddy berichtete. Zwei weitere Tote gab es laut Medien und Augenzeugen in anderen Städten. Bereits am Samstag wurden mindestens 13 Todesfälle bekannt.

Das ist eine der höchsten Opferzahlen seit dem Putsch am 1. Februar. Von der Militärregierung war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. In den Abendnachrichten des von der Armee kontrollierten Senders MRTV wurden die Demonstranten als „Kriminelle“ bezeichnet.

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