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Prozess gegen Manafort Geschäftspartner bringt Ex-Wahlkampfchef von Trump in Bedrängnis

Im Prozess gegen den früheren Wahlkampfchef von Donald Trump hat ein Geschäftspartner Paul Manafort schwer belastet. Es geht um dubiose Millionenzahlungen aus der Ukraine.

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Der Ex-Mitarbeiter von Donald Trump beschreibt vor Gericht die Geldflüsse von Trumps Wahlkampfleiter. Quelle: AP

Alexandria Ein langjähriger Geschäftspartner des ehemaligen Wahlkampfmanagers von US-Präsident Donald Trump hat vor Gericht zu Geldflüssen aus der Ukraine ausgesagt. Rick Gates erklärte am Dienstag vor Gericht, mehrere Millionen Dollar seien von Firmen, die von ukrainischen Geschäftsleuten kontrolliert worden seien, auf Bankkonten von Paul Manafort in Zypern geflossen. Gates, ein Kronzeuge der Staatsanwaltschaft, sagte den zweiten Tag in Folge aus. Im Kreuzverhör wurde er hart angegangen.

Im Zentrum des Verfahrens gegen Manafort stehen dessen Berateraktivitäten in der Ukraine, nicht seine Arbeit als Trumps Wahlkampfleiter. Dennoch ist der Prozess gegen ihn der erste, der aus den Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller in der Affäre um eine russische Einmischung in die Wahl 2016 hervorgegangen ist. Mueller untersucht, ob Trumps Wahlkampfteam mit Moskau zusammengearbeitet hat.

Gates erklärte, das Geld, das Manafort für politische Beratungen in der Ukraine erhalten habe, sei als Kredit und nicht als Einkommen deklariert worden. Auf diese Weise habe Manafort sein zu versteuerndes Einkommen gemindert.

Das Geld habe er nicht als Einkommen an Manaforts Buchhalter und Wirtschaftsprüfer gemeldet, sagte Gates. „In Zypern waren sie (die Einnahmen) als Kredite dokumentiert. Tatsächlich war es zwischen Konten hin- und hergeschobenes Geld.“

Weiter sagte Gates vor Gericht aus, er habe auf Geheiß von Manafort wiederholt gefälschte Finanzdokumente eingereicht. Der frühere Wahlkampfmanager Trumps habe wiederholt die Sorge geäußert, dass er zu viele Steuern zahle und ihm das Geld ausgehen werde.

Im Kreuzverhör versuchte Manaforts Verteidigung, Gates als Drahtzieher jeglichen Fehlverhaltens darzustellen. Er sei in so viele Lügen verstrickt, dass er sich nicht an alle erinnern könne, sagte Anwalt Kevin Downing. „Nach all den Lügen, die Sie erzählt haben, und dem Betrug, den Sie begangen haben, erwarten Sie von den Geschworenen, Ihnen zu glauben?“, fragte er.

Downing äußerte Spott über die Vorstellung, dass Gates seine Taten bereue. Die Staatsanwaltschaft habe erklärt, keine Einwände gegen Gates' Bitte um eine Bewährungsstrafe erheben zu wollen. Manaforts langjähriger Geschäftspartner hat sich in diesem Jahr des Betrugs schuldig bekannt. Er kooperiert mit Sonderermittler Mueller.

Den Geschworenen sagte Gates bereits am Vortag, im Ausland erzielte Einkommen in Millionenhöhe als Kredite verbucht zu haben, um Manaforts Steuerabgaben zu senken. Er führte an, gemeinsam mit Manafort mehr als ein Dutzend Offshore-Unternehmen und Bankkonten in Zypern verwaltet zu haben, um Geld zu waschen und die US-Steuerbehörde IRS zu hintergehen.

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