Putin in Griechenland Moskau und Athen rücken näher zusammen

Der russische Präsident gibt sich erstmals seit Jahresbeginn in einem EU-Land ein Stelldichein. Die Bande zu Griechenland sind traditionell eng - trotz der Sanktionen der EU gegen Moskau, die Athen mitträgt.

Wie Muskelprotz Putin sich fit hält
In Sotschi ließ sich Sportfan Wladimir Putin nicht nur auf den Tribünen blicken. Hier posiert er mit Teilnehmern der Paralympischen Spiele. Quelle: dpa
Mit schicker Sonnenbrille... Quelle: rtr
...verfolgte er die Wettkämpfe auf den Pisten von Krasnaya Polyana. An seiner Seite: der russische Sportminister Vitaly Mutko. Quelle: dpa
Hier geht es im Sessellift mit Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew (Mitte) auf den Berg – zur nächsten Abfahrt. Quelle: rtr
Um ein wenig Muskeln aufzubauen, hat Wladimir Putin als schmächtiger Junge den Nutzen von Judo erlebt. 2005 stieg er zu Showzwecken noch einmal auf die Matte. Quelle: AP
Mit seinen Kampfsportkenntnissen – die er hier bei einer Trainingsstunde in St. Peterburg noch einmal vorführte – konnte sich der als schwächlich beschriebene „Wolodja“ in seiner Heimatstadt gegen stärkere Nachbarjungs verteidigen. Quelle: REUTERS
Legendär sind die Aufnahmen, die Putin in freier Wildbahn zeigen. Hier als Indiana-Jones-Double in Sibirien... Quelle: AP
... und beim Schwimmtraining, ebenfalls in Ost-Sibirien. Quelle: AP
Hoch zu Ross: Seinen freien Oberkörper präsentiert Wladimir Putin auch, wenn er nicht im Wasser ist, sondern wie hier auf dem Rücken eines Pferdes sitzt... Quelle: rtr
...oder am Fluss angelt. Quelle: dpa
Wladimir Putin bei einem seiner Streifzüge durch die russische Natur, bei denen er gerne auch mal... Quelle: dpa
...eine Waffe bei sich trägt. Quelle: rtr
Wobei er hin und wieder auch angezogen auf die Jagd geht. Quelle: AP
Wladimir Putin beim Schießtraining in der Halle. Quelle: rtr
Wladimir Putin testet Waffen und Fahrzeuge eben gerne selbst aus. Hier besteigt Putin im Ural gerade einen Panzer. Quelle: rtr
Und hier lässt er sich auf eine Fahrt in einem Mini-U-Boot ein. Quelle: dpa
Eine Sportart, der Putin wie viele andere Russen auch zugetan ist, ist Eishockey. Quelle: AP
Hin und wieder wagt er sich auch selbst aufs Eis – wie hier im Januar 2014. Quelle: AP
In seinem Team: der Präsident Weißrusslands Alexander Lukashenko (l.). Quelle: rtr

Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei seinem Besuch in Griechenland scharfe Kritik an der Haltung des Westens im Umgang mit seinem Land geäußert. Die USA und deren Nato-Verbündete hemmten die Handels- und Energiekooperation mit Russland, sagte Putin am Freitagabend in Athen. Es war seine erste Visite in einem EU-Land in diesem Jahr. Am Samstag wollte Putin ein Kloster russischer Mönche in der Mönchsrepublik Berg Athos besuchen.

Am Vorabend griff Putin vor allem die USA an und kritisierte deren kürzlich neu ausgeweitetes Raketenabwehrsystem in Rumänien an. Dies betrachte er als eine Bedrohung für die Sicherheit Russlands, sagte er. Die Nato bezeichnet das System indes als rein defensiv und als Reaktion auf die zunehmenden Fähigkeiten ballistischer Raketen weltweit.

„Wir hören immerzu, dass dies keine Bedrohung gegen Russland sei, dass das nicht gegen Russland gerichtet sei. Natürlich ist das eine Bedrohung für uns. Es kann leicht angepasst werden, um aggressive Fähigkeiten zu entfalten“, sagte Putin. „Und wenn einige Teile Rumäniens gestern nicht wussten, was es bedeutet, Ziele zu sein, werden wir nun gezwungen sein, bestimmte Schritte zu ergreifen, die unsere Sicherheit garantieren werden“, fügte er hinzu. Ins Detail ging Putin nicht.

Seit Moskau vor zwei Jahren in einer Reaktion auf die Ukraine-Krise und der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim mit Sanktionen belegt wurde, hat Putin nur einigen EU-Staaten einen Besuch abgestattet.

Athen will seine traditionell engen Bande zu Moskau aufrechterhalten - trotz der griechischen Beteiligung an den EU-Strafmaßnahmen und an einem Gaspipeline-Projekt, das Russlands regionale Energiedominanz begrenzen soll.

Russland ist einer der größten Handelspartner Griechenlands, doch wird der wirtschaftliche Austausch durch die EU-Sanktionen und durch gesunkene Energiepreise belastet. Athen will nach dem Einbruch 2015 zudem wieder das Geschäft mit russischen Touristen ankurbeln. Das hoch verschuldete EU-Land kann sich seit 2010 nur mit Hilfskrediten der EU und des IWF über Wasser halten.

Putins erste Gespräche in Athen galten Investitionsmöglichkeiten. Begleitet wurde er neben Außenminister Sergej Lawrow von Topmanagern staatlicher Öl- und Erdgaskonzerne. Unter russischen Investoren haben vor allem die geplanten Privatisierungen der griechischen Eisenbahn und anderer Transportmittel großes Interesse hervorgerufen.

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras betonte, Putins Besuch komme nur wenige Tage nach Athens Einigung mit den Geldgebern, um weitere Kredittranchen ausbezahlt zu bekommen. Der dafür vereinbarte Pakt beinhalte auch, dem für die Privatisierungen von Staatsunternehmen zuständigen Komitee weitreichendere Kompetenzen zu geben. „Dies ist ein besonderer Moment für Griechenland, in dem die Unsicherheit aufhört“, sagte er.

Die Verbesserung der Beziehungen zu Moskau nannte Tsipras zudem eine strategische Wahl. „Wenn die Meinungsverschiedenheiten unsere Kräfte übersteigen, können wir als positiver Einfluss innerhalb der EU und der Nato fungieren.“

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