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Raketenhagel auf Israel Mehr als 100 Tote im Gazastreifen

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„Die Hamas wird einen harten Preis dafür bezahlen"

„Die Armee ist für alle Möglichkeiten bereit“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts Mitte der Woche. „Die Hamas wird einen harten Preis dafür bezahlen, dass sie israelische Bürger beschießt. Die Sicherheit der israelischen Bürger steht an erster Stelle. Die Operation wird ausgedehnt und fortgesetzt, bis der Beschuss auf unsere Städte aufhört und wieder Ruhe einkehrt.“

Ägypten, das in der Vergangenheit bereits mehrfach als Vermittler zwischen Israel und den Palästinensern agiert hat, signalisierte am Mittwoch, dass man mit beiden Seiten in Kontakt stehe, um ein Ende der Gewalt zu erreichen. Es war das erste Zeichen seit Beginn der Offensive, dass es Bemühungen um eine Waffenpause gibt.

Doch Israel ist offenbar entschlossen, mit aller Härte gegen die Hamas vorzugehen. „Ungeachtet der Tatsache, dass es hart sein wird, schwierig und kostspielig, werden wir Gaza zeitweise übernehmen müssen, wohl für einige Wochen, um die Stärkung dieser Terrorarmee zu unterbinden“, sagte der für die Geheimdienste zuständige Kabinettsminister Juwal Steinitz Radio Israel. „Wenn sie mich nach meiner bescheidenen Meinung fragen, dann kommt eine solche bedeutende Operation immer näher.“

Bei der am Dienstag gestarteten Offensive starben bislang mindestens 41 Menschen. Israel griff insgesamt mehr als 550 Ziele an, vor allem mutmaßliche Raketenabschussstellen, aber auch Hamas-Gebäudekomplexe, Kommandozentralen, Waffenlager sowie zahlreiche Tunnel unter der seit Monaten geschlossenen Grenze zu Ägypten, über die die Hamas mit Waffen und anderen Gütern versorgt wird.

Hamas-Funktionär Muschir al-Masri erklärte, Israel habe sämtliche roten Linien überschritten. Seine Organisation werde mit aller Härte zurückschlagen. „Was wir heute an Widerstand gezeigt haben, ist nur ein Teil dessen, wozu wir fähig sind“, sagte er.

Insgesamt gingen seit Dienstag mehr als 160 Geschosse in Israel nieder. Am Mittwoch wurden nach offiziellen Angaben zunächst sieben weitere Raketen auf Israel geschossen. In Tel Aviv und im Süden Israels gaben die Sirenen mehrfach Luftalarm. Die Hälfte der Geschosse sei vom Abwehrsystem „Iron Dome“ in der Luft abgefangen worden, sagte ein Militärsprecher. Angaben zu Verletzten auf israelischer Seite machte er nicht.

Die Spannungen zwischen Israel und Palästinensern hatten zugenommen, nachdem drei jüdische Religionsschüler im Westjordanland verschwunden und schließlich ermordet gefunden worden waren. Israels Regierung schrieb die Tat der Hamas zu, ohne bisher Beweise vorzulegen.

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Wenige Stunden nach dem Begräbnis der drei vergangene Woche wurde ein 16-jähriger Palästinenser entführt und später verbrannt gefunden. Palästinenser sahen darin einen Racheakt jüdischer Extremisten. Doch auch die Festnahme der jüdischen Verdächtigen und ihr Geständnis beruhigten die Lage nicht.

Die Hamas ist derzeit deutlich schwächer als beim letzten militärischen Konflikt mit Israel im Jahr 2012 - auch weil die Muslimbruderschaft in Ägypten, einst ein großer Unterstützer, im vergangenen Jahr von der Macht geputscht wurde. Aus israelischen Regierungskreisen hieß es am Mittwoch, man könne die Hamas heute deutlich mehr schwächen als damals, weil ihre Fähigkeit zum Auffüllen ihrer Waffenarsenale inzwischen beschränkt sei.

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