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Regulierung der Finanzmärkte Neue Regeln für die Finanzbranche werden weltweit zerrieben

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US-Präsident Barack Obama (r) Quelle: dpa

Die Briten nützen alle Kontakte, um eine Regulierung zu verhindern, die die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes London gefährden könnte. „Sie spielen viel über die nationalen Hauptstädte“, beobachtet ein EU-Kommissar. Bevor Schweden am 1. Juli die sechsmonatige Ratspräsidentschaft in der EU übernimmt, besuchte der britische Staatssekretär für Finanzdienstleistungen, Paul Mynors, seinen schwedischen Amtskollegen Mats Odell in Stockholm. Der hat die Botschaft aus London offenbar gut verstanden und sagt: „Wir möchten, dass London das Finanzzentrum Europas bleibt.“ Finanzminister Anders Borg, der mit seinen europäischen Amtskollegen im Ecofin über den weiteren Reformkalender entscheiden wird, klingt sehr ähnlich: „Niemand würde Europa etwas Gutes tun, wenn der Finanzmarkt von London nach New York oder sonst wohin abwandert“.

Angst vor Abwanderung des Finanzmarktes

Genau diese Gefahr malt die Private-Equity-Branche jedoch an die Wand, nachdem die EU-Kommission einen Vorschlag für die Regulierung von Hedgefonds vorgelegt hat. James Vernon vom Hedgefonds Brevan Howard droht: „Wenn die Richtlinie nicht geändert wird, werden wir Großbritannien in Richtung New York, Hongkong, Singapur oder Nahost verlassen.“ Rund 90 der europäischen Hedgefonds werden nach Angaben des britischen Informationsdienstes International Financial Services London (IFSL) derzeit von London aus gemanagt. Registriert sind die Fonds selbst allerdings überwiegend in außereuropäischen Steueroasen.

Kritik am Brüsseler Entwurf

Einige der größten europäischen Hedgefonds – darunter die Man Group, die Fondsgesellschaft Blackrock und Brevan Howard – schlossen sich im Anschluss an den EU-Gipfel zu einer gemeinsamen Lobbygruppe zusammen. So wollen sie die britische Regierung dazu zwingen, künftig entschlossener gegen die Brüsseler Vorschläge zu kämpfen. Auch Andrew Baker, Vorsitzender des Fachverbandes Alternative Investment Management Association (Aima), kritisiert den Brüsseler Entwurf als „eine signifikante Bedrohung“ für Europas Hedgefonds. Er sei „stümperhaft und hastig formuliert“. Er sei bürokratisch, nicht umsetzbar und berücksichtige nicht, dass die Hedgefonds-Manager in London – anders als ihre Kollegen in den USA – bereits unter die Aufsicht der britischen Aufsichtsbehörde FSA fallen.

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