Reisetipps fürs Ausland Trinkgeld geben - aber richtig

Deutsche Urlauber sind beim Trinkgeld spendabel - und wissen einer Umfrage zufolge meist, was am Reiseziel angemessen ist. Allerdings sind die Regeln für Trinkgeld von Land zu Land anders. Der Versuch eines Überblicks.

Deutsche sind großzügig mit Trinkgeld: Über zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) geben immer Trinkgeld im Urlaub. Mehr als zwei Drittel der vom Reise-Dienstleister TripAdvisor befragten 900 Bundesbürger fühlen sich sicher im Umgang mit Trinkgeld im Urlaub. Sie wissen angeblich genau, wo wie viel angemessen ist... doch würden Sie sich mit den Gebräuchen im Ausland auskennen? Ein Überblick. Quelle: dpa
Die Faustregel für Europa: Mit zehn Prozent Aufschlag macht man nirgendwo etwas verkehrt. In Italien sind Trinkgelder eher unüblich, es werden höchstens zehn Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld erwartet. In der Espressobar gibt es extra Tellerchen oder Sparschweine auf der Theke: Hier ist Platz für Kleingeld! Quelle: dpa-tmn
In Großbritannien ist ein Servicezuschlag auf Rechnungen nicht der Regelfall. Am besten prüft man entsprechend den Beleg. Wird kein Zuschlag erhoben, sind zehn bis 15 Prozent angemessen. Ausnahmen bilden Pubs und Bars ohne Tischbedienung. Wer dem Barkeeper etwas Gutes tun will, spendiert ihm einen Drink auf die eigene Rechnung - natürlich gegen Ende des Abends. In London ist es auch üblich, Taxifahrern ein Trinkgeld zu geben, da sie sich die Wege in der Megametropole in Schwerstarbeit einprägen. Quelle: Reuters
10 bis 15 Prozent sind in Restaurants und Cafés in Frankreich üblich. Bei Bedienungszuschlägen auf die reinen Speise- und Getränkepreise kann es auch weniger sein. Das Trinkgeld bleibt auf einem Tellerchen oder auf dem Tisch liegen. Achtung: dem Kellner Geld in die Hand zu drücken ist unhöflich. In manchen Restaurants hängen auch Hinweistafeln, die darauf aufmerksam machen, dass Trinkgeld gänzlich unerwünscht ist. Quelle: ap
A customer enters a bar allowing smoking as indicated on a sign at the glas door, Madrid Quelle: dpa/dpaweb
Im beliebten Urlaubsziel Griechenland sind etwa fünf Prozent angebracht, die mitunter ausgegebenen zehn bis 20 Prozent werden höchsten bei geringen Rechnungsbeträgen erwartet. In einer Taverna sollten Reisende nicht mehr als 1 Euro geben. In der Regel ist die Bedienung bereits inklusive. Das Trinkgeld kann man auf dem Tisch liegen lassen. Quelle: gms
In der Schweiz sind die Trinkgelder in der Regel im Rechnungsbetrag enthalten - und offiziell seit Jahrzehnten abgeschafft. Gut 3.300 Franken verdient ein ungelernter Keller, Zusatzverdienste durch Trinkgeld lassen die Summe leicht um 2.000 Franken steigen. Letztlich heißt es, Trinkgeld nach Zufriedenheit. Aufrunden ist ebenso üblich wie zehn bis 15 Prozent. Zehn bis 15 Prozent sind auch in Österreich üblich, jedoch auch für Dienstleistungen im Taxi oder beim Friseur. Gepäckträger bekommen einen Euro, Zimmermädchen täglich zwei Euro Trinkgeld. Bei Kreditkartenzahlung gilt: den Betrag dazuschreiben oder dem Kellner in bar geben. Das gilt dann auch für das weltweit erste Café für Katzen, dass unlängst in Wien eröffnete. Quelle: dpa
In Dänemark ist „drikkepenge“ generell unüblich, aufrunden ist aber in Ordnung. Hier holt man sich aber zumindest die Getränke meist selbst an der Theke ab. Auch in den anderen skandinavischen Ländern wie Schweden gibt es keine „Trinkgeldtradition“, wenn man gibt, dann deutlich weniger als in Deutschland (ca. 5 Prozent). Aufrunden des Rechnungsbetrags ist auch hier möglich. Quelle: dapd
Nichts geben gilt in der Türkei als unhöflich. Das Trinkgeld sollte ca. zehn Prozent der Rechnung betragen - sofern es der Kellner nicht ablehnt. Faustregel: Immer Wechselgeld bringen lassen, Rest hinterlegen. Möchte das Personal kein Geld, kann die Wertschätzung des Service auch durch eine kleine Sachgabe ausgedrückt werden, zum Beispiel eine Zigarette. Quelle: ap
Trinkgeld („tip“) ist in den USA und in Kanada ein Muss: 15 bis 20 Prozent der Rechnungssumme (auf den Nettobetrag, ohne Steuern) sollten Restaurant-Besucher auf jeden Fall geben. Mitunter sind die als „Gedeck“ auf der Rechnung, wenn nicht, sollte der Betrag von sich aus bezahlt werden. Die Löhne sind niedrig, das Trinkgeld wesentliche Einnahmequelle. Auch das Trinkgeld im Voraus, etwa, um einen guten Platz zu bekommen, ist noch unüblich. Quelle: ap
In der Karibik und in Mittelamerika sollte man etwa 10 bis 15 Prozent geben, zum Beispiel auf Kuba oder in Mexiko. Hier sind große Teile der Mitarbeiter von den Trinkgeldern abhängig, pauschal lässt sich sagen, dass fast ausnahmslos keine Kosten für den Service auf der Rechnung auftauchen. Quelle: ap
Trinkgeld in Japan ist unüblich und man sollte es sogar vermeiden, Dienstleister mit einem Trinkgeld zu bedenken. Auch in normalen Restaurants in China sollte man davon absehen. Faustregel: Je reicher das asiatische Land und je feiner das Lokal, desto eher ist Trinkgeld üblich. Quelle: dapd
In I ndien und Pakistan wird Trinkgeld gern genommen. Das „Bakschisch“ umfasst sogar weit mehr als Trinkgeld: es bedeutet, dass bestimmte Dinge für einen erledigt werden. In Touristenrestaurants oder Hotels wird oft eine Service charge von 10 Prozent auf die Rechnung aufgeschlagen. In kleineren Lokalen, wo Trinkgelder nicht zwingend sind, braucht man nur ein paar Rupien zu geben (weniger als ein Prozent der Rechnung). Quelle: ap
Als Faustregel für Nordafrika gilt: Gäste geben 10 bis 15 Prozent. Trinkgelder werden etwa in Ländern wie Tunesien zwingend erwartet, nichts zu geben wäre unhöflich. In Südafrika wird Trinkgeld generell nicht so häufig gegeben wie in Europa. Als Leitlinie gilt aber auch hier immer 10 Prozent des Preises. Quelle: dpa
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