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Reisewarnung Deutscher Botschaftsmitarbeiter im Jemen erschossen

In Sanaa ist ein Mitarbeiter der deutschen Botschaft erschossen worden. Das bestätigte das Auswärtige Amt am frühen Montagmorgen. Das Opfer sei ein deutscher Sicherheitsbeamter, gab eine Sprecherin bekannt.

Die zehn friedlichsten Länder der Welt
Friedensforscher haben an die Bundesregierung appelliert, auf die Anschaffung von Kampfdrohnen zu verzichten. Deutschland solle sich stattdessen für ein internationales Verbot dieser Waffensysteme einsetzen. Das forderten vier deutsche Institute für Friedens- und Konfliktforschung als Herausgeber des „ Friedensgutachtens 2013“. Trotz der Drohnen-Affäre erwägt Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU), am Kauf von Kampfdrohnen für die Bundeswehr festzuhalten. Der unter Druck stehende CDU-Politiker will bis zu 16 unbemannte Flugzeuge anschaffen, wie Ende Mai aus einer Regierungsantwort auf eine SPD-Anfrage hervorging. Die Friedensforscher kritisierten, bewaffnete Drohnen versinnbildlichten den „schlanken Krieg“ per Fernsteuerung wie kein anderes Waffensystem. „Wenn man zu militärischen Mitteln greifen kann, ohne das Leben eigener Soldaten zu riskieren, sinkt die Hemmschwelle zum Einsatz von Gewalt.“ Nach Angaben der Institute besitzen mehr als 80 Staaten inzwischen Aufklärungsdrohnen. Die Bundesregierung solle zudem Rüstungsexporte einschränken und mehr Transparenz bei Beschlüssen zu Waffenausfuhren zulassen, forderten die Forscher weiter. Über größere Waffenlieferungen solle künftig der Bundestag debattieren, nicht nur geheime Gremien. Die Bundesrepublik ist hinter den USA und Russland drittgrößter Waffenexporteur der Welt. Unter den friedlichsten Ländern der Welt schafft es Deutschland nur auf Platz 15. Quelle: dpa
Platz 10: SchweizVor allem die neutrale Schweiz ist in den vergangenen Jahren friedlicher geworden. Belegte das Alpenland 2010 noch Platz 18, war es vergangenes Jahr Platz 16 – und dieses Jahr Platz 10. Bei Morden, Bevölkerungsanteil im Gefängnis und politischen Terror schneidet sie mit einem GPI von 1,0 sehr gut ab. Je niedriger der errechnete Index, desto friedlicher ist das Land in der jeweiligen Kategorie. So gibt es für die Alpenrepublik unter anderem Abzug wegen Waffenexporten (4,0), Militärgröße (3,0) und Kriminalität (2,0). Quelle: AP
Platz 9: FinnlandFinnland ist um zwei Plätze zurück gefallen. Belegten die Nordlichter in Sachen Friedlichkeit 2011 noch Platz 7, ist es dieses Jahr Platz 9. Diesen Rang hatten die Finnen schon 2010 inne. Ob Gewaltverbrechen, Terroranschlägen oder bewaffnete Sicherheitskräfte – Finnland erreicht in vielen Punkten einen GPI von 1,0. Den schlechtesten Index gibt es mit 3,0 für die Größe des Militärs. 2,5 erhält Finnland für seine schwere Bewaffnung, 2,0 unter anderem wegen gewalttätiger Demonstrationen und Morde. Quelle: obs
Platz 8: SlowenienSlowenien ist in den vergangenen Jahren stetig friedlicher geworden. Belegte die ehemalige jugoslawische Republik 2008 noch Rang 16, hat sie sich mittlerweile auf den achten Platz vorgearbeitet. Der schlechteste GPI Sloweniens beträgt 2,0. Den erhält das Mittelmeerland etwa für seine Beziehungen zu Nachbarstaaten, Kriminalität und gewalttätige Demonstrationen. Quelle: AP
Platz 6: IrlandDie grüne Insel kletterte im Ranking dieses Jahr von Platz 11 auf Platz 6 hoch. Lob und damit einen GPI von 1,0 gibt es etwa für die Vertriebenenpolitik, politische Stabilität und Morde. 2,0 gab es etwa wegen den irischen Polizisten, Gewaltverbrechen und Zugang zu Waffen. Quelle: gms
Platz 6: ÖsterreichDen sechsten Platz teilt sich Irland mit Österreich. Zwar belegte der Alpenstaat 2007 noch Platz 10, doch stand Österreich etwa 2010 mit Rang 4 auch mal besser da. Das Institute for Economics and Peace hat etwa die Größe des Militärs zu bemängeln (3,0), Kriminalität und gewalttätige Demonstrationen (je 2,0). Quelle: gms
Platz 5: JapanDas Land des Lächelns ist zwei Plätze abgestiegen und belegt dieses Jahr im Friedlichkeitsranking Platz 5. Vor allem für die Größe des Militärs gibt es mit einem GPI von 4,0 einen großen Abzug. Die Beziehungen zu benachbarten Ländern könnte auch besser aussehen. Dafür erhält Japan nur einen GPI von 3,0. Quelle: dpa

Nach Informationen aus jemenitischen Sicherheitskreisen wurde der Mann am Sonntag beim Verlassen eines Supermarktes von Schüssen getroffen. "Wir glauben, dass Al-Kaida hinter dem Anschlag steht", hieß es aus Polizeikreisen. Berichte, wonach Botschafterin Carola Müller-Holtkämper entführt werden sollte, bezeichnete die Sprecherin des Auswärtigen Amtes als unzutreffend. Der TV-Sender Al-Arabija hatte zuvor berichtet, Müller-Holtkämper habe entkommen können. Die islamistische Extremistenorganisation Al-Kaida im Jemen hat wiederholt versucht, Ziele des Westens anzugreifen. Der Jemen ist Verbündeter der USA im Kampf gegen islamistische Extremisten.
Der Botschaftsmitarbeiter sei im Stadtbezirk Hadda erschossen worden, in dem sich auch die Botschaft befindet, hieß es in den Kreisen. Das Auswärtige Amt erklärte, sich gemeinsam mit den jemenitischen Behörden um eine Aufklärung der Hintergründe zu bemühen.
Es rät von Reisen in das Land ab. Es bestünden erhebliche Risiken durch innere Konflikte, Stammesauseinandersetzungen, Massendemonstrationen und terroristische Anschläge. Zudem bestehe in ganz Jemen die Gefahr, Opfer einer Entführung zu werden. Nach Warnungen vor Al-Kaida-Anschlägen schloss Deutschland wie mehrere andere westliche Länder Anfang August seine Vertretung für zwei Wochen. Müller-Holtkämper ist erst seit kurzem Botschafterin im Jemen.

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Unterdessen entführten Unbekannte am Sonntag in dem Land einen afrikanischen Angestellten des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, wie ein Mitarbeiter der UN-Organisation sagte. Der Mann war auf dem Weg von Sanaa in die Küstenstadt Hudaida. Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Akap) wird für mehrere tödliche Anschläge auf Ausländer und Vertreter der Regierung seit 2011 verantwortlich gemacht. Im November vergangenen Jahres wurden ein saudiarabischer Diplomat und sein jemenitischer Leibwächter getötet. Einen Monat zuvor erschossen Maskierte einen jemenitischen Mitarbeiter des Sicherheitsteams der US-Botschaft.
Im Zuge des Arabischen Frühlings versuchten Extremisten 2011, die Kontrolle in Städten des Jemen zu übernehmen. Mit Hilfe der USA wurden sie jedoch zurückgeschlagen. Seither operieren im Süden des Landes verschiedene kleinere Gruppierungen.

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