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Rentenreform Tausende protestieren gegen höheres Rentenalter in Russland

Ähnlich wie in Deutschland kämpft auch die russischen Rentenkasse mit dem demografischen Wandel. Die kommende Rentenreform sorgt für Unmut.

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Der russische Präsident während seiner Fernsehansprache im staatlichen Fernsehen. Quelle: dpa

Moskau Trotz eines Machtworts von Präsident Wladimir Putin zur Rentenreform haben am Sonntag erneut Tausende Russen gegen eine Erhöhung des Rentenalters protestiert. In Moskau folgten knapp 9.000 Menschen einem Demonstrationsaufruf der Kommunisten, wie Helfer einer Nichtregierungsorganisation auszählten. Anderthalb Tausend kamen zu einer Kundgebung der Partei Gerechtes Russland. Auch in anderen russischen Städten gab es Agenturmeldungen zufolge Demonstrationen.

Putin hatte sich in einer landesweiten Fernsehansprache am Mittwoch hinter die Rentenpläne der Regierung gestellt, die seit Juni für Unmut in der Bevölkerung sorgen. Der Kremlchef milderte die Reform nur beim künftigen Rentenalter der Frauen ab. Es war das erste Mal, dass Putin zu einem sozialpolitischen Thema vor die Kamera ging. Der Auftritt sollte nach Einschätzung russischer Experten den Schaden mildern, den auch sein Ansehen wegen der Rentenpläne genommen hat.

Russland leidet wie Deutschland darunter, dass immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssen. Allerdings sind die meisten russischen Renten so niedrig, dass viele Ruheständler ohnehin dazuverdienen müssen. Die Lebenserwartung russischer Männer liegt im Durchschnitt bei 66 Jahren, so dass viele von ihnen das neue Rentenalter gar nicht erreichen werden - vor allem in armen Regionen.

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