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Rettungsaktion in der Schwebe Italien und Malta verweigern Boot mit Hunderten Flüchtlingen die Einreise

Vor der italienischen Küste harrt ein Boot mit über 600 Flüchtlingen aus. Die rechtsextreme Lega hatte versprochen, die Einreisen zu stoppen.

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Die Organisation SOS Mediterranee hat auf ihrem Rettungsschiff „Aquarius“ zahlreiche Flüchtlinge an Bord. Quelle: AP

Rom Italien will nach Angaben aus Regierungskreisen ein Schiff mit 629 Flüchtlingen an Bord nicht in seine Häfen lassen. Stattdessen sei Malta aufgefordert worden, die Menschen aufzunehmen, sagte der Vertreter am Sonntag. Malta wies dies zurück und erklärte, man habe nichts mit der Rettungsaktion zu tun.

Der neue italienische Innenminister Matteo Salvini, der auch der der rechtsextremen Regierungspartei Lega vorsteht, hatte im Wahlkampf versprochen, den Flüchtlingsstrom nach Italien zu stoppen. „Malta lässt niemanden hinein, Frankreich weist Menschen an der Grenze zurück, Spanien verteidigt seine Grenzen mit Waffen“, schrieb Salvini am Sonntag via Facebook. „Von heute an wird auch Italien „Nein“ sagen zu Menschenhandel und zum Geschäft der illegalen Einwanderung.“

Es war zunächst aber unklar, ob die Menschen tatsächlich nicht in Italien an Land gebracht werden können. Salvini hat keine Befehlsgewalt über die Häfen. Zudem kündigte der Bürgermeister von Neapel an, er würde das Flüchtlingsschiff willkommen heißen.

Die Organisation SOS Mediterranee twitterte am Sonntag, das Rettungsschiff „Aquarius“ habe 629 Migranten an Bord, darunter 123 unbegleitete Minderjährige, elf andere Kinder und sieben Schwangere. Die Menschen seien bei verschiedenen Rettungsaktionen aufgenommen worden. Auch Schiffe der italienischen Marine hätten Personen gerettet und dann zum Weitertransport zur Aquarius gebracht.

In den vergangenen fünf Jahren haben mehr als 600.000 Menschen Italien mit Flüchtlingsbooten erreicht, die sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben überwiegend von Afrika aus auf den Weg nach Europa gemacht hatten. Tausende kamen bei der Überfahrt ums Leben, etwa, weil ihre Boote kenterten.

Italienische Politiker hatten wiederholt moniert, das Land werde von seinen EU-Partnern nicht ausreichend unterstützt. Bei der Parlamentswahl im März gab es in Italien dann einen deutlichen Rechtsruck. Die rechtsextreme Lega regiert nun zusammen mit der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung.

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