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Rezessionsgefahr Japans Politik in kläglichem Zustand

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Die Direktinvestitionen der Deutschen Wirtschaft in Japan lassen nach (Zur Großansicht bitte auf die Grafik klicken)

Nach Angaben der OECD belaufen sich die Verbindlichkeiten der öffentlichen Hand Japans derzeit auf 182 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, die höchste Verschuldung unter den Industriestaaten. Internationale Ratingagenturen stufen Japan bereits auf Augenhöhe mit armen Ländern wie Botswana ein. Analysten und Volkswirte sind alarmiert. Peter Wilson, Strategist bei UFJ Financial Group, denkt, „ein neuerlich auswuchernder Populismus birgt enorme Risiken für die Kapitalmärkte“. Ayako Sera, Marktstrategist von der Sumitomo Trust and Banking in Tokio, warnt, der Exodus ausländischer Fonds könnte sich weiter beschleunigen. „Das politische Vakuum frustriert Investoren.“

Schon unter den Regierungschefs Abe und Fukuda hat der Standort Japan kräftig gelitten. Erstmals seit 17 Jahren sanken 2006 die ausländischen Direktinvestitionen. Große internationale Spieler wie Vodafone und Carrefour zogen sich aus dem fernöstlichen Industriestaat zurück.

Immer weniger deutsche Unternehmen wagen den Sprung nach Japan

Die deutsche Bayer AG schloss ihr Forschungszentrum in Kobe, die britische Glaxo-SmithKline machte ihr Labor in der internationalen Wissenschafts-City Tsukuba dicht. Selbst japanische Konzerne zieht es in die Fremde. Der Pharmariese Takeda lagerte einen milliardenschweren Teil seiner Forschung an das weltgrößte Biotech-Unternehmen Amgen in Kalifornien aus.

Vertreter der deutschen Wirtschaft sehen in der anhaltenden politischen Instabilität Japans Risiken. „Reformen könnten verlangsamt oder gar gestoppt werden“, warnt Günter Zorn, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Tokio. Als Chef des Transportdienstleisters DHL in Japan und Südkorea hält Zorn das eigene aktuelle Geschäft von der misslichen Lage jedoch kaum betroffen.

Doch inzwischen wagen kaum noch weitere deutsche Unternehmen den Sprung nach Japan. Die Zahl von rund 500 deutschen Unternehmen ist seit rund fünf Jahren nahezu unverändert. Die meisten deutschen Exporteure wie BMW, Porsche oder der Flüssigkristallhersteller Merck bedienen den Premiummarkt, der auch in Japan profitabel und relativ krisenfest ist. Zumindest daran ändern auch die häufigen Wechsel an der Regierungsspitze nichts.

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