Rick Santorum Mit radikalen Thesen auf der Überholspur

Der US-Republikaner Rick Santorum hat gute Chancen, am Super Tuesday Favorit Mitt Romney zu düpieren. Er punktet mit seinen Wutreden gegen Klimaschutz, Verhütungsmittel und Sozialprogramme.

Umweltschutz sei

So recht ernst genommen hat ihn keiner. Bei der ersten Vorwahl der US-Republikaner im US-Bundesstaat Iowa Anfang Januar holte der Erz-Konservative Rick Santorum zwar mit 25 Prozent der Stimmen den Sieg, doch die Aufmerksamkeit lenkten andere auf sich: Der Multi-Millionär Mitt Romney, der grimmige Newt Gingrich und die das Handtuch werfende Michelle Bachmann. Und schließlich ging es nur um Iowa; ein Mini-Staat, dessen Bewohner hauptsächlich Schweinefleisch, Mais und Kartoffeln produzieren.

Bei den folgenden Wahlen in New Hampshire, South Carolina und Florida landete Santorum abgeschlagen hinter seinen Kontrahenten. Newt Gingrich appellierte an seinen Parteifreund, aufzugeben – um die Stimmen der Konservativen auf sich vereinen zu können. Doch Santorum blieb stur. Er blieb im Rennen, hielt an seiner Programmatik fest – und gewann plötzlich die Wahlen in Colorado und Minnesota, sowie eine Testabstimmung in Missouri. Selbst in Michigan, wo Romneys Vater einst beliebter Gouverneur war, lieferte sich Santorum ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem moderaten Konkurrenten. Am heutigen Super Tuesday, an dem gleich in zehn Staaten gewählt wird, hofft Santorum, Mitt Romney zu düpieren und in der Mehrzahl der Staaten den Sieg zu holen.

"Die Basis liebt unsere Botschaft"

"Ich fühle mich verdammt gut. Mein Team und ich bekommen viele positive Rückmeldungen. Die Basis liebt unsere Botschaft", sagt Santorum. Jedenfalls die streng Gläubigen und Ultra-Konservativen. Für sie ist der siebenfache Familienvater, der Homosexualität für eine abartige Sünde, illegale Einwanderer für eine Bedrohung des Landes und die Evolutionstheorie für fragwürdig hält, der denkbar beste Obama-Herausforderer

FAQ US-Vorwahlen

Santorums Rhetorik ist hart, einige Großstädter sagen gar gefährlich. So glaubt der Republikaner, dass Verhütungsmittel "nicht gesund für unser Land" seien. Frauen, die nach einer Vergewaltigung schwanger werden, rät er, "das Geschenk anzunehmen, das Gott ihnen gegeben hat".

Seine Ablehnung von Sozialprogrammen begründete er unmittelbar vor Beginn der Vorwahlen so: "Ich will nicht das Leben von schwarzen Bürgern besser machen, indem ich ihnen das Geld anderer gebe. Ich will ihnen die Möglichkeit geben, rauszugehen und das Geld zu verdienen."

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