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Roboterbauer Oettinger bereiten Kuka-Entwicklungen Sorgen

Die Chef-Ablösung bei Kuka weckt beim EU-Kommissar Skepsis. Nun müsse man verhindern, dass Forschung und Entwicklung nicht nach China abgezogen werden.

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Der EU-Kommissar will verhindern, dass Schlüsseltechnologien „in fremde Hände“ fallen. Quelle: dpa

Frankfurt EU-Kommissar Günther Oettinger sieht die Entwicklung beim Augsburger Roboterbauer Kuka mit Sorge und will die Macht chinesischer Investoren begrenzen. „Wir brauchen eine europäische Industriepolitik, Schlüsseltechnologien dürfen nicht in fremde Hände geraten“, sagte Oettinger laut Vorabbericht der „Augsburger Allgemeinen“ (Montagausgabe). „Ich war damals schon sehr skeptisch, als die Chinesen Kuka übernommen haben.“

Der überraschende Weggang von Kuka-Chef Till Reuter nach einer Vertragsverlängerung „lässt Raum zur Sorge“, fügte der CDU-Politiker hinzu. Oettinger fordert, dass nun alles dafür getan werde müsse, dass Forschung und Entwicklung in Augsburg bleiben und nicht nach China abgezogen werden.

Die 2016 eingefädelte und 2017 vollzogene Übernahme durch den chinesischen Hausgeräte-Hersteller Midea hatte eine hitzige Debatte über chinesische Investoren in Deutschland angeheizt: Während Kritiker einen Abzug von Know-how und Arbeitsplätzen sowie eine mögliche Einflussnahme des chinesischen Staates befürchten, begrüßen andere das Interesse der Geldgeber und betonen die Chancen für den Ausbau des Geschäfts im wichtigen chinesischen Markt.

Unterdessen bekennt sich Midea zum Standort Deutschland. „Midea hält an allen Verpflichtungen der Investorenvereinbarung fest“, sagte Andy Gu, der Aufsichtsratschef von Kuka und Leiter des internationalen Geschäfts bei Midea ist, der Zeitung „Welt“ (Samstagausgabe). Midea stehe zur Augsburger Zentrale des Roboterherstellers und den Standorten sowie zur bestehenden Kuka-Strategie.

Gu begründete die überraschende Trennung von Vorstandschef Reuter mit der geschäftlichen Entwicklung von Kuka, die die Nummer eins in China werden soll. „Dafür muss das Unternehmen schnell wachsen. In den vergangenen zwei Jahren ist Kuka aber gegenüber den Wettbewerbern zurückgefallen und hat Marktanteile verloren. Der chinesische Markt entwickelt sich nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Gu.

Daher habe er das Gespräch mit Reuter gesucht. „Wir haben die Situation dann analysiert und sind gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, dass die Zeit für einen Wechsel an der Konzernspitze gekommen ist.“ Die Nachfolge von Reuter übernimmt – zunächst als Interims-Vorstandschef – der bisherige Finanzvorstand Peter Mohnen. „Peter Mohnen hat das volle Vertrauen des Mehrheitseigentümers“, sagte Gu. Ein Midea-Abgesandter aus China solle nicht geschickt werden.

„Wir haben in den vergangenen zwei Jahren keinen Vertreter ins Kuka-Management geschickt und werden das auch jetzt nicht machen“, versicherte Gu.

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