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Rohstoffe Arktische Jagd nach Gold und Diamanten

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Bergbauprojekte und Infrastruktur Québec Quelle: Regierung von Québec

Zudem wächst durch die weiter expandierende Weltwirtschaft der Druck, auch Rohstoffquellen in Regionen zu erschließen, in denen ein Abbau bisher als zu gefährlich, ineffizient oder aus Gründen des Umweltschutzes als unzumutbar galt. Nur so lässt sich der weltweite Jubel erklären, den Anfang dieses Monats die Entdeckung neuer Vorkommen von Seltenen Erden auslöste, trotz des Fundorts auf dem Grund des Pazifischen Ozeans in 5000 Meter Tiefe. Inzwischen gibt es Geräte, um auch solche Vorkommen zu nutzen. Das lohnt sich aber nur, wenn die Preise weiter kräftig steigen. Damit rechnen inzwischen offenbar immer mehr aktuelle und potenzielle Marktteilnehmer.

Harmonie von Ökologie und Ökonomie

„Wenn sich die Nachfrage aus dem asiatischen Raum so fortsetzt wie zuletzt, wird Québec immer attraktiver“, sagt Bruno Lemelin, der für den britisch-schweizerischen Bergbaukonzern Xstrata das Nickelgeschäft in Kanada koordiniert. Doch der „Plan Nord“ ist nicht nur Investitionsgelegenheit für Rohstoffkonzerne, sondern könnte auch Modell für das Gelingen einer heiklen Mission werden: Ist es möglich, eine ökologisch so sensible Region nahe der Arktis industriell zu erschließen, ohne dass der Schaden an der Natur den Nutzen für den Menschen exponentiell übersteigt?

In Québec scheint zu klappen, woran man selbst im seit Jahrhunderten wirtschaftlich genutzten Deutschland immer wieder gescheitert ist: Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen. Die in der Region beheimateten Ureinwohner haben den Plan zum größten Teil ratifiziert, auch von den Umweltgruppen der Region kommt nur verhaltene Kritik, gekoppelt mit ausdrücklichem Lob für einzelne Teile des Plans.

Präventive Kommunikation

Das Erfolgsrezept hat vor allem drei Zutaten: Kommunikation, Kompromisse und die Koppelung von Ausbeutung fossiler und Investitionen in erneuerbare Rohstoffe. „Wir haben frühzeitig alle Interessengruppen eingebunden“, sagt Premier Charest, und was wie die hohle Phrase aus dem Lehrbuch politischer Floskeln klingt, findet in diesem Fall Zustimmung von der Gegenseite. Auch wenn man nicht alle Entscheidungen des jetzt verabschiedeten Plans teile, sei es positiv, von Beginn an umfassend konsultiert worden zu sein, kommentierte Greenpeace Kanada den Plan. Was bei deutschen Windkraftprojekten erst im Stadium der öffentlichen Anhörung der Fall ist, wurde hier bereits praktiziert, bevor das Projekt in die öffentliche Debatte eingebracht wurde.

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