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Russland Putin weiß, wann das Ende der Welt kommt

In der ersten internationalen Pressekonferenz seit der Wiederwahl in Russlands Präsidentenamt gibt sich Wladimir Putin streitlustig, hat aber auch eine beruhigende Nachricht: Bis zum Weltuntergang bleibe noch etwas Zeit.

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Russlands Präsident Wladimir Putin trinkt mit der internationalen Presse Tee. Quelle: dpa

Der russische Präsident und Ex-KGB-Spion Wladimir Putin (60) hat keine Angst. Weder vor kritischen Fragen der ausländischen Presse, noch vor einem Weltuntergang an diesem Freitag. „Ich weiß, wann das Ende der Welt kommt - in etwa viereinhalb Milliarden Jahren, wenn ich mich richtig an den Lebenszyklus unserer Sonne erinnere“, sagte Putin scherzhaft vor Journalisten in Moskau. „Warum Angst haben, wenn es ohnehin unausweichlich ist

Ein Reporter des kremlnahen Boulevardportals life.ru hatte Putin gefragt, ob er absichtlich seine Jahrespressekonferenz auf (den heutigen) Donnerstag gelegt habe, um „ein Fazit der Entwicklung der gesamten Menschheit zu ziehen“. Aber das war keine Frage, die Putin bei seinem ersten Auftritt vor der internationalen Presse in das Präsidentenamt aus der Ruhe bringen konnte.

Zuvor hatte Putin bereits Kritik an Russlands Rechtsstaat in der gewohnt aggressiven Art zurück gewiesen und das geplante Adoptionsverbot für russische Kinder durch US-Familien verteidigt. Misshandlungen würden in den USA nicht verfolgt, deshalb sei das Gesetz richtig, sagte er. Er kritisierte zudem, der „Magnitsky Act“, der russische Beamte für Menschenrechtsverletzungen bestraft, vergifte die Beziehungen zwischen Moskau und Washington.

Die USA lebten in der Vergangenheit, wenn sie ein anti-russisches Gesetz gegen ein anderes austauschten. Auch die USA würden Menschenrechte verletzen, etwa auf Kuba im Lager Guantánamo. „Stellen Sie sich vor, bei uns gäbe es das“, sagte Putin.

Im Streit um hohe Steuern für Reiche in Frankreich bot Putin dem Schauspieler Gérard Depardieu die russische Staatsbürgerschaft an. „Falls Gérard wirklich eine russische Aufenthaltsgenehmigung oder einen russischen Pass will, so ist diese Frage bereits positiv entschieden“, sagte er. Depardieu mache gerade harte Zeiten durch. Putin betonte, er habe enge freundschaftliche Beziehungen mit dem Schauspieler - „obwohl wir uns wenig sehen“.

Der Präsident, der gerade erst ein Mandat bis 2016 erhalten hatte, äußerte sich auch zu seiner eigenen Zukunft. "Früher oder später" werde er das Präsidentenamt verlassen, sagte der 60-Jährige. Aber "natürlich ist mir nicht gleichgültig, von wem das Land weitergeführt wird."

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