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Russland Putins diplomatische Offensive am Rande der Fußball-WM

Putin hatte sich beim FIFA-Kongress dafür ausgesprochen, den Sport aus der Politik herauszuhalten - und nutzt ihn nun für eine diplomatische Offensive.

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Moon ist einer von mindestens sieben ranghohen Besuchern, die Putin seit Beginn der WM empfangen hat. Quelle: Reuters

Moskau Russlands Präsident Wladimir Putin nutzt die Fußball-Weltmeisterschaft, um auf dem diplomatischen Parkett wieder Boden zu gewinnen. Zum Spiel der südkoreanische Nationalmannschaft gegen Mexiko am Samstag reiste Südkoreas Präsident Moon Jae In nach Russland, wo er auch mit Putin zusammentraf. Es ist der erste offizielle Besuch eines südkoreanischen Staatschefs in Russland seit 1999.

Putin setzt ganz offensichtlich auf die WM, um seinen Gegnern in der Welt zu zeigen, dass er sich auf der außenpolitischen Bühne nicht isolieren lässt. Sein Sprecher Dmitri Peskow hatte schon vor dem Turnier klargemacht, es gehe nicht nur um Fußball, sondern auch um die russische Diplomatie.

Schließlich würden viele Staats- und Regierungschefs zu den Spielen kommen. Moon ist einer von mindestens sieben ranghohen Besuchern, die Putin seit Beginn der WM empfangen hat.

Zu ihnen gehören der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman sowie UN-Generalsekretär Antonio Guterres und führende Politiker aus Panama und Senegal. Japans Prinzessin Takamado reiste nach Saransk, wo die Mannschaft ihres Landes spielte. Sie kam zwar nicht in den Kreml, doch es war immerhin der erste Besuch eines Mitglieds der japanischen Kaiserfamilie in Russland seit 1916.

Der Verlauf der WM könnte dazu führen, dass auch noch jene Politiker nach Russland kommen, die auf Distanz zu Putin gegangen sind. So hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt, er würde kommen, wenn die französische Mannschaft ins Halbfinale komme. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat offengelassen, ob sie zu einem Deutschland-Spiel nach Russland reist. „Kann gut sein“, sagte sie jüngst in der ARD.

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