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Saudi-Arabien Ein islamisches Königreich auf Touristenfang

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Der Kronprinz will das Land widerstandsfähiger machen

Für den 32-jährigen Kronprinzen Mohammed bin Salman ist Dirijah Teil eines viel größeren Projekts, um die Wirtschaft zu reformieren und das Land angesichts sinkender Ölpreise widerstandsfähiger zu machen. Durch eine Erhöhung der Inlandsausgaben und die Öffnung für ausländische Touristen sollen mehr Jobs für Millionen junge Saudi-Araber entstehen, die in den kommenden Jahren auf den Arbeitsmarkt drängen.

Das islamische Königreich hatte bereits von 2006 bis 2010 ein touristisches Pilotprogramm gestartet: Etwa 25 000 Besucher pro Jahr besichtigten archäologische Stätten und die weiten Landschaften aus Bergen, Küsten, Tälern, Vulkanen und Wüsten. Das Land scheint zwar ein unwahrscheinliches Urlaubsziel zu sein, verfügt aber über historische christliche und jüdische Orte, Festungen, eine atemberaubende Rotmeerküste und eine vielseitige Kultur, die von alten Handels- und Pilgerrouten geprägt wurde.

Die Tourismusbehörde will in Dirijah fünf Museen und ein Forschungszentrum eröffnen, das nach Scheich Mohammed Ibn Abdul-Wahhab benannt werden soll. Auf den Namen des ultrakonservativen Gelehrten des 18. Jahrhunderts geht der Begriff des Wahhabismus zurück. Abdul-Wahhab stand der Al-Saud-Familie nahe und spielte eine wichtige Rolle bei der Gründung des heutigen Staates. Er gehört zu den umstrittensten Personen des Landes.

Einer seiner Nachfahren, Abdulmadschid Al Scheich arbeitet seit zwölf Jahren als Reiseführer in Dirijah. Das Forschungszentrum soll seinen Angaben nach ein Ort für islamische Gelehrte und Wissenschaftler sein, um über Abdul-Wahhabs Wirken zu forschen. In einer kurzen Präsentation für Besucher wird der Namensgeber als moderater Geistlicher beschrieben, der die wahre Lehre des Islams wiederbelebt habe.
Kritiker weisen aber darauf hin, dass Abdul-Wahhabs Erbe auch mit einer der extremsten Interpretationen des Korans verbunden ist, mit dem etwa die Terrororganisationen Al-Kaida und Islamischer Staat Tötungen rechtfertigen. Um die Schriften des Gelehrten anderweitig zu deuten, wären drastische Umschreibungen nötig, erklärt David Commins, Professor am Dickinson College in Pennsylvania und Experte für den Islam in Saudi-Arabien.

Wie der Beamte Salah Altaleb, der für Investitionen in die Touristik zuständig ist, sagt, sollen Besuche an Orten wie Dirijah dazu beitragen, dass Urlauber ihr Bild von Saudi-Arabien „korrigieren“: „Sobald sie hierher kommen und das Land sehen, werden sie laut Marketing-Forschung nach Hause zurückkehren und ihrer Familie, ihren Freunden und Verwandten von ihren Erfahrungen berichten, und dann werden sich die Dinge ändern.“

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