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Schengen-Raum Gesonderte Grenzkontrollen bei Flügen aus Griechenland

Reisende aus Griechenland werden an deutschen Flughäfen derzeit gesondert kontrolliert. Die Rechtfertigung der Bundespolizei: Mehr als 1000 illegale Einreisen im laufenden Kalenderjahr – innereuropäische Spitze.

Wer derzeit mit dem Flugzeug von Griechenland nach Deutschland reist, wird an der Grenze standardmäßig wie ein Nicht-EU-Bürger behandelt. Quelle: dpa

Athen/BerlinDie im Oktober um sechs Monate verlängerten Binnengrenzkontrollen gelten auch für Flüge aus Griechenland. Von Januar bis Oktober seien bei stichpunktartigen Kontrollen rund 1000 unerlaubte Einreisen bei Flügen aus Griechenland festgestellt worden, teilte das Bundesinnenministerium am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

„Das ist um ein Vielfaches mehr als auf allen anderen Binnenflügen.“ Eine Sprecherin der Bundespolizei sagte, das Ministerium haben bei diesen Flügen einen „besonderen Bedarf“ gesehen. Die rund 1000 Personen hätten versucht, mit gefälschten Papieren von Griechenland nach Deutschland einzureisen.

Zuvor hatte griechische Medien am Dienstag über die Neuregelung berichtet. Demnach werden aus Griechenland kommende Passagiere zu getrennten Räumen geführt, im Gegensatz zu anderen Bürgern des Schengener Raums. Anschließend werden dort die meisten Reisenden so kontrolliert, als kämen sie aus dem nichteuropäischen Ausland.

Die Binnengrenzkontrollen gelten seit dem 12. November für weitere sechs Monate. Deutschland steht nach Angaben des Innenministeriums bei Ausgestaltung und Durchführung der Kontrollen im Austausch mit Griechenland und der Europäischen Kommission.

Das griechische Außenministerium wollte die Kontrollen auf Anfrage nicht kommentieren. Die EU-Kommission kündigte jedoch an, dass es an diesem Mittwoch auf Expertenebene ein Treffen zwischen Vertretern deutscher und griechischer Behörden sowie der EU-Kommission geben werde. Aus Athener Regierungskreisen hieß es, es solle nach einer Methode gesucht werden, damit die Kontrollen nicht „ärgerlich“ für die EU-Bürger seien.

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