Schlussplädoyer im Wikileaks-Prozess Ankläger sehen Bradley Manning als Verräter

Der Prozess gegen den Wikileaks-Informanten Bradley Manning ist der erste große Prozess gegen einen Whistleblower in den USA. Die Staatsanwaltschaft nennt Manning schlichtweg einen Verräter. Das Urteil wird am Wochenende erwartet.

Bradley Manning wird aus dem Gerichtssaal in Fort Mead geführt. Er wirkt blass und zerbrechlich. Das Urteil wird am Wochenende erwartet. Quelle: AP

Im Prozess gegen den Wikileaks-Informanten Bradley Manning hat die Anklage den 25-Jährigen als Verräter bezeichnet, der mit Vorsatz handelte. Er habe das von seinem Heimatland in ihn gesetzte Vertrauen verletzt, hieß es am Donnerstag in dem Schlussplädoyer der Ankläger vor einem US-Militärgericht in Fort Meade bei Washington.

Die Verteidiger des Obergefreiten äußern sich am Freitag abschließend vor Gericht. Ab dem Wochenende wird mit einem Urteil gerechnet.

Manning spielte den Ermittlungen zufolge der Enthüllungsplattform Wikileaks mehr als 700.000 geheime Dokumente unter anderem über die Kriege im Irak und in Afghanistan zu. Damit habe der im Mai 2010 in Irak verhaftete Angeklagte die nationale Sicherheit der USA und Menschenleben gefährdet, argumentieren die Ankläger. Manning droht eine lebenslange Haftstrafe.

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"Manning war kein Informant. Er war ein Verräter", sagte der leitende Ankläger Ashden Fein am Donnerstag. Das Schlussplädoyer dauerte fünf Stunden. Während des Prozesses hatten Mannings Verteidiger versucht, von ihrem Mandanten das Bild eines naiven, aber gutmütigen Soldaten zu zeichnen, der mit seinen Enthüllungen in der Öffentlichkeit lediglich eine breitere Debatte über das US-Militär und die amerikanische Diplomatie auslösen wollte.

Manning ist in 21 Punkten angeklagt. Am schwersten ist der Vorwurf der Unterstützung des Feindes. In einigen weniger gravierenden Punkten hat sich Manning für schuldig erklärt.

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