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Schulden Neue Griechenland-Hilfen: Euro-Gruppe bewilligt 748 Millionen Euro

Griechenland habe seine Reformpolitik fortgesetzt. Die Euro-Gruppe will daher die Schuldenlast Griechenlands durch Millionenhilfen weiter erleichtern.

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Die Euro-Gruppe hat weitere Millionenhilfen für Griechenland gebilligt. Quelle: dpa

Die Euro-Gruppe hat Hilfen in Höhe von 748 Millionen Euro für Griechenland zur Erleichterung der Schuldenlast gebilligt. Die Regierung in Athen habe die Bedingungen dafür erfüllt, sagte Euro-Gruppen-Chef Mario Centeno am Donnerstagabend. Die griechische Reaktion auf die Coronakrise sei entschieden und angemessen gewesen, und die Reformpolitik dort werde fortgesetzt.

Dabei handelt es sich um einen Zuschuss zur Erleichterung des Schuldendienstes, der Griechenland in Aussicht gestellt worden war, wenn das Land seine Pflichten aus den Rettungsprogrammen erfüllt. Das hat die EU-Kommission bestätigt.

Ebenfalls am Donnerstag wurde ein Prüfbericht zu den Griechenland-Rettungsprogrammen veröffentlicht, der erhebliche Schwächen monierte. Die Programme des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und seines Vorläufers EFSF hätten nicht systematisch und streng auf langfristige Nachhaltigkeit der griechischen Wirtschaft geachtet, heißt es in dem Bericht. Erstellt wurde er vom früheren EU-Kommissionsvize Joaquín Almunia, der seine Erkenntnisse am Donnerstag der ESM-Spitze vortrug.

Griechenland hatte 2010 kurz vor dem finanziellen Kollaps um internationale Hilfe gebeten. In den Folgejahren erhielt Athen Milliardenkredite und musste im Gegenzug schmerzhafte Reformen und Sparmaßnahmen umsetzen. Insgesamt überwiesen ESM und EFSF über 200 Milliarden Euro an Griechenland. Die Rückzahlung der Kredite soll von 2034 bis 2060 laufen.

Die volkswirtschaftlichen Folgen von Strukturreformen seien nicht systematisch in Prognosen einbezogen worden, heißt es in Almunias Bericht. „Die kombinierten Effekte der diversen Schwächen bedeuteten, dass die Vorteile der Strukturreformen viel später zu Buche schlugen als erwartet.“

Insgesamt sei die Wirtschaft nun zwar besser geschützt gegen Schocks von außen. „Aber langfristige Wachstumsaussichten sind gedämpft, weil Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit langsam wachsen und Reformen unvollständig umgesetzt wurden“, heißt es weiter.

Die Tragfähigkeit des griechischen Schuldenbergs sei durch das ESM-Programm verbessert worden, aber nicht vollständig wiederhergestellt. Strenge Vorgaben hätten zwar einen weiteren Zuwachs von Schulden verhindert. Aber: „Die finanzielle Konsolidierung hat das Wachstum untergraben, das nötig ist, um das Verhältnis von Schulden zum Bruttoinlandsprodukt wesentlich zu verbessern.“

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