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Schuldenkrise Frankreich stagniert, Österreich bangt

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Österreichs Banken haben in Quelle: REUTERS

Zwar hat Frankreich Unternehmen mit internationaler Strahlkraft, etwa die Flugzeugbauer Airbus und Dassault oder die Automobilkonzerne Renault und Peugeot. Zwar haben auch die französischen Autobauer Marktanteile verloren, doch sie sind konkurrenzfähig. Anders ist die Lage in der IT-Branche oder in der Chemieindustrie. In der breiten Masse sind französische Produkte für den Weltmarkt nicht interessant.

Bislang hat die Binnennachfrage Frankreich ohne signifikante Probleme durch die Krise gebracht. Doch nun brach der private Konsum ein, er sank um 0,7 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2011.

Gleichzeitig könnte auch Österreich ins Wanken geraten – obwohl die Wirtschaftsdaten des „AAA“-Schuldners nach wie vor in Ordnung sind. Die Staatsverschuldung liegt bei 205 Milliarden Euro oder 72,3 Prozent des BIP. Die Wirtschaft soll nach Eurostat-Prognose in diesem Jahr um 2,4 Prozent wachsen.

Falsch spekuliert

Dennoch könnten österreichische Banken schon bald unter Druck geraten, berichtet „DailyFX“. Grund sind so genannte Fremdwährungskredite. Österreichische Banken haften in großem Stil für osteuropäischen Schuldner. Diese haben einen Großteil ihrer Verbindlichkeiten in Schweizer Franken angehäuft – in der Hoffnung, dass sich die Schuld durch Wechselkursveränderungen verkleinert.

Das Gegenteil ist aber geschehen. Zwar stieg heute der Kurs zwischenzeitlich um gut fünf Prozent an. Ein Euro kostet aktuell 1,08 Franken. 2006 aber erhielt man für einen Euro noch 1,67 Schweizer Franken. Selbst im vergangenen Jahr gab es für einen Euro immerhin noch 1,45 Franken.

Sollten die Euro-Kurse nicht signifikant steigen, stehen den Schuldnern und gleich danach den österreichischen Banken hohe Verluste bevor. Im ungünstigsten Fall müsste der Staat einspringen, um das einheimische Bankensystem zu retten. Investoren halten das Szenario offenbar für denkbar. Die Kreditversicherungen (CDS) für fünfjährige österreichische Anleihen stiegen prozentual stärker an als bei jedem anderen Land der Eurozone.

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