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Schuldenkrise Schnellimbiss für Griechenland

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Deutsche Banken unter größten Griechenland-Gläubigern

Ruinen vergangener Hochkultur in Griechenland Quelle: fotolia.com

Auch ohne Beteiligung der Banken durch Forderungsverzicht und Umschuldung haben diese zum Teil genügend Schwierigkeiten mit ihren Engagements in Griechenland. Die Aktien europäischer Banken und Versicherer stehen unter Druck, weil ihnen erhebliche Abschreibungen drohen. Nach aktuellen Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sind deutsche Finanzinstitute mit zusammen rund 45 Milliarden Dollar zweitgrößter Gläubiger Griechenlands nach französischen Häusern mit 75 Milliarden Dollar. Die Forderungen Schweizer Institute beliefen sich per Ende 2009 den jüngsten BIZ-Angaben zufolge auf rund 3,7 Milliarden Dollar. Der Wert ist gegenüber früheren Statistiken drastisch gesunken. Schweizer Großbanken beschreiben ihr Griechenland-Engagement als „nicht materiell“. Nach Angaben aus Finanzkreisen hat ein griechisches Finanzhaus Ende vergangenen Jahres seinen Sitz aus der Schweiz wegverlegt.

Es folgt eine Auflistung bekannter Engagements deutscher Finanzinstitute in Griechenland:

Hypo Real Estate:  7,9 Mrd EuroCommerzbank: mindestens 3,1 Mrd EuroMünchener Rück: rund 2,2 Mrd EuroPostbank: knapp 1,3 Mrd EuroAllianz: 0,9 Mrd EuroDeutsche Bank: laut Bankchef Josef Ackermann  „relativ gering“BayernLB: Finanzkreisen zufolge weniger als 300 Millionen EuroWestLB: gut eine Milliarde Euro.

Von den deutschen Finanzkonzernen ist vor allem der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) in Griechenland engagiert. Das Volumen der Griechenland-Anleihen belief sich zum Jahresende 2009 auf 7,9 Milliarden Euro, sagte ein Sprecher in München. Durchschnittlich hätten die Anleihen eine Laufzeit von 21 Jahren. Ob und in welchem Umfang wegen der angespannten Lage Griechenlands Abschreibungen nötig werden könnten, ist derzeit offen. „Über die weitere Entwicklung wollen wir nicht spekulieren“, hieß es. Die HRE war im vergangenen Jahr nach Kapitalhilfen und Garantien von mehr als 100 Milliarden Euro verstaatlicht worden. Um sich von Altlasten zu befreien, plant der Konzern die Gründung einer Bad Bank, in die möglicherweise auch die Griechenland-Anleihen ausgelagert werden könnten. Im vergangenen Jahr hatte die HRE das Volumen der Griechenland-Anleihen um 800 Millionen Euro zurückgefahren

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    Auch 2011/2012 Griechenland-Hilfen geplant

    Die Bundesregierung plant neben der Bürgschaft für Kredithilfen von 8,4 Milliarden Euro in diesem Jahr die Absicherung weiterer Milliardenkredite für das hochverschuldete Griechenland in den kommenden beiden Jahren ein. Dies geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Gesetzentwurf hervor. Die Höhe der Hilfen wird darin nicht beziffert. In einer ersten Fassung des Gesetzentwurfs war keine Aussage über mögliche weitere Kredite 2011 und 2012 getroffen worden.

    Geplant ist, dass die staatliche Förderbank KfW der griechischen Regierung einen Kredit für zwölf Monate gewährt, der durch eine Bürgschaft des Bundes abgesichert ist. Das Gesetz soll die dazu notwendige Gewährleistungsermächtigung erteilen. Der deutsche Kredit ist Teil eines Hilfspaketes über 30 Milliarden Euro der 15 Euro-Partner Griechenlands und des Internationalen Währungsfonds (IWF), der weitere 15 Milliarden Euro beisteuern soll. Der Freigabe der von Griechenland beantragten Hilfe müssen noch die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder zustimmen

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