Schuss- und Stichwaffenattacken Israel reagiert mit neuem Mauerbau auf jüngste Gewaltwelle

Die Welle palästinensischer Anschläge auf Israelis reißt nicht ab. Israel reagiert mit restriktiven Maßnahmen im arabischen Ostteil Jerusalems. Die USA und Deutschland rufen beide Seiten zur Mäßigung auf.

Bewaffnete Sicherheitskräfte in Israel. Quelle: REUTERS

Nach einer Welle blutiger palästinensischer Anschläge baut Israel eine Mauer um arabische Viertel in Jerusalem. Tausende Israelis beantragen zudem angesichts der Serie von Messerangriffen Waffenscheine, wie der Armeesender berichtete. Erst in der Nacht hatte ein palästinensischer Attentäter den Busbahnhof in der südisraelischen Stadt Beerscheva angegriffen und dort ein Blutbad angerichtet.

Mit Schüssen aus einer Pistole tötete er einen 19 Jahre alten israelischen Soldaten, griff sich das Gewehr seines Opfers und schoss in dem Bahnhofsgebäude um sich. Elf Menschen wurden verletzt, unter ihnen vier Soldaten. Sicherheitskräfte erschossen schließlich den Attentäter. Außerdem starb ein Afrikaner, den die Sicherheitskräfte irrtümlich für einen Terroristen hielten und mit Schüssen schwer verletzten. Die Polizei fahndet inzwischen nach mehreren israelischen Passanten, die den verletzten Eritreer nach Augenzeugenberichten mit Tritten und Schlägen zu lynchen versuchten.

Fünf Fakten über Israel

Polizeiminister Gilad Erdan hatte wegen der vielen Anschläge angekündigt, er wolle den Prozess zum Erwerb eines Waffenscheins erleichtern und beschleunigen. Das zuständige Ministerium für innere Sicherheit sei allerdings nicht in der Lage, den vielen Anträgen nachzukommen, berichtete der Armeesender.

Seit Monatsbeginn verüben Palästinenser verstärkt Schuss- und Stichwaffenattacken auf Israelis - vor allem, aber nicht nur in Jerusalem. Bei der Gewaltserie starben acht Israelis, ein Afrikaner und 44 Palästinenser. Mehr als die Hälfte der Palästinenser waren Angreifer, die bei ihrem Terrorakt erschossen wurden. Die anderen kamen bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär ums Leben.

Deutschland sprach sich am Montag für eine Deeskalation aus. „Wir rufen beide Seiten auf, alle Schritte zu unterlassen, die zu einer weiteren Verschärfung der Lage führen können“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. Es sei wichtig, Augenmaß zu wahren, die „Sprachlosigkeit“ der vergangenen Monate zu überwinden und zu einem politischen Prozess zurückzukehren.

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