Schwache Weltwirtschaft Schäuble und Weidmann warnen vor Panikmache

Nur keine Panik, beschwichtigt Finanzminister Schäuble angesichts der schwachen Weltwirtschaft und der Konjunkturdelle in Deutschland. Alle müssten sich mehr anstrengen. Auch die Bundesbank wird ihre Prognose senken.

Auch Deutschland muss sich auf eine Konjunkturdelle einstellen. Quelle: dpa

Immer schön ruhig bleiben, lautet Wolfgang Schäubles Botschaft nach der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds am vergangenen Wochenende in Washington. “Es gibt keinen Grund, die Weltwirtschaft in irgendeine Krise reden.” Es gebe wohl eine gewisse Zunahme von Risiken. Das Wachstum sei aber nach wie vor befriedigend. Alle müssten sich eben mehr anstrengen. Für Schäuble ist klar: “Dramatische Spekulationen zu schüren, ist nicht angebracht.” Ins gleiche Horn bläst Bundesbank-Präsident Jens Weidmann beim IWF-Treffen in der US-Hauptstadt. Auch der Internationale Währungsfonds stelle doch die Erholungstendenz der Weltkonjunktur grundsätzlich nicht in Frage. Zwar sei auch die deutsche Wirtschaft schwächer, so Weidmann, einen wirtschaftlichen Einbruch gäbe es aber nicht.

Bundesbank und Bundesregierung können ihre Konjunkturprognose nicht halten

Im gleichen Atemzug kündigte der Chef der Bundesbank allerdings an, die Bundesbank könne ihre Konjunkturprognose für 2014 und 2015 nicht halten. Und auch die Bundesregierung werde ihre amtliche Prognose für das Wirtschaftswachstum schon in der kommenden Woche senken, sagte Schäuble. Was für ein surreales Treffen der Top-Finanzpolitiker und Notenbankchefs in Washington. Auf der einen Seite die abwiegelnden Deutschen. Auf der anderen Seite warnt der mächtige Internationale Währungsfonds
vor der nächsten Krise. Gleich zu Beginn senkte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Erwartungen für das globale Wachstum in diesem Jahr. IWF-Chefin Christine Lagarde warnte mit deutlichen Worten sogar vor einer neuen Rezessionsgefahr in der Eurozone. Der frühere US-Finanzminister Larry Summers befürchtet, Europa stünde
eine jahrelange Wachstumsschwäche und Deflation bevor.

Die größten Risiken für die deutsche Wirtschaft

Schuld an der Misere gab Summers vor allem Deutschland, die endlich mit ihrem Spardiktat Schluss machen müssten.

Nervöse Banker fürchten neue Euroland-Rezession Auch Banker und Investoren zeigten sich supernervös. Nur ein paar Blocks vom IWF-Tagungsgebäude entfernt, traf sich auch die internationale Finanzelite in der US-Hauptstadt zu ihrem alljährlichen Meeting auf Einladung des Internationalen Bankenverbandes (IIF) in der US-Hauptstadt. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer fürchten eine neue Eurokrise, so das Ergebnis einer Umfrage. Auf einer Podiumsdiskussion fragte Deutsche-Bank Co-Chef Anshu Jain
ziemlich desillusioniert: “Wo solle denn nur mehr Wachstum her kommen?”

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