Sergej Lawrow Es braucht mehr internationale Zusammenarbeit gegen den IS

Nach Ansicht von Russlands Außenminister Sergej Lawrow braucht es im Kampf gegen die Terrormiliz IS mehr internationale Zusammenarbeit. An einer umstrittenen Position hält er bei seinem Rom-Besuch allerdings fest.

Der Außenminister von Russland, Sergej Lawrow. Quelle: dpa

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) muss nach Ansicht des russischen Außenministers Sergej Lawrow mit mehr internationaler Zusammenarbeit bekämpft werden. „Nichts sollte uns davon abhalten, den Terrorismus zu besiegen“, sagte Lawrow am Freitag in Rom, wo er bei einer Mittelmeerkonferenz sprach und Italiens Außenminister Paolo Gentiloni traf. „Wir wollen nicht mit der US-geführten Koalition konkurrieren, wir haben eine Kooperation vorgeschlagen“, sagte er.

Russland attackiert seit Ende September Ziele in Syrien, die US-geführte Koalition geht seit etwa einem Jahr mit Luftschlägen gegen Stellungen der Terrororganisation IS vor. Allerdings greifen russische Kampfflugzeuge nach Vorwürfen der US-geführten Koalition neben dem IS auch andere Rebellen an, die gegen das Regime kämpfen.

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Lawrow forderte, sekundäre Dinge müssten im Kampf gegen den Terrorismus beiseite gestellt und dem Ziel untergeordnet werden. Im Kampf gegen den IS brauche es eine ähnliche große internationale Kooperation wie im Zweiten Weltkrieg. „Es darf keine Hindernisse geben“, forderte er.

Auch der von vielen westlichen Ländern abgelehnte syrische Machthaber Baschar al-Assad spiele dabei mit seinen Truppen eine wichtige Rolle, ergänzte Lawrow. „Es ist ein Fehler, Assad zu schwächen. Er ist eine grundlegende Kraft im Kampf gegen den IS.“ Wer gleichzeitig gegen Assad und den IS kämpfe, riskiere, die Terrororganisation zu stärken.

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Lawrows italienischer Kollege Paolo Gentiloni betonte ebenfalls die Bedeutung einer Zusammenarbeit Russlands mit der EU. „Wir sind uns bewusst, dass die Beziehungen zwischen der EU und Russland in Folge der Ukraine-Krise ein Trauma erlitten haben“, sagte er. Umso wichtiger sei es, den Dialog fortzusetzen und bei wichtigen Themen wie dem Kampf gegen den Terrorismus zusammenzuarbeiten.

Gentiloni sagte, es gebe Hinweise darauf, dass sich der IS auch in Libyen weiter ausbreite. „Aber ein enorm wichtiger Punkt ist, dass sich die Diplomatie als schneller und stärker als Daesh (IS) erweist.“ Am Sonntag soll bei einer internationalen Konferenz in Rom über eine politische Lösung für das von einem Bürgerkrieg zerrissene nordafrikanische Land beraten werden. Lawrow versicherte, Russland werde sein Möglichstes tun, um zum Erfolg der Konferenz beizutragen.

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