Silicon Valley IT-Riesen fürchten Donald Trumps Rache

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Google: auf laxe Gesetze angewiesen

Kein anderes IT-Unternehmen schmiegt sich so stark an Washington wie Google. Die Suchmaschine, noch immer Haupteinnahmequelle des Konzerns, soll unbedingt vor staatlichen Auflagen bewahrt werden. Für Alphabet und seine Aktionäre hat sich das enge Verhältnis zur Politik ausgezahlt: Zwei Jahre lang untersuchten US-Wettbewerbshüter, ob Google seine Dominanz missbrauche, um eigene Dienste wie E-Mail oder Software zulasten der Konkurrenz herauszustreichen. Die Analysten fanden Anhaltspunkte dafür, doch ihre Chefs stimmten 2013 einstimmig gegen Auflagen. Unbeeinträchtigt von Sanktionen im Heimatmarkt, konnte Google seitdem den Börsenwert auf 452 Milliarden Euro verdoppeln.

Trumps nationalistische Wirtschaftspolitik passt sicher nicht zu einem Konzern, der mittlerweile 54 Prozent seines Umsatzes außerhalb der USA erwirtschaftet. „Aber auch ein Donald Trump kann nicht aus Rachsucht die wichtigste US-Industrie abwürgen“, sagt Peter Dreide, Chef und Gründer von TBF Global Asset Management. „Er braucht ihre Technologie, die Steuern und die Arbeitsplätze für seine teuren Infrastrukturprojekte und Steuersenkungen.“

Unter Trump dürfte es sogar einfacher werden, Begehrlichkeiten ausländischer Regierungen und Behörden zurückzudrängen. Die EU-Wettbewerbshüter etwa wollen Google wegen des Unterdrückens konkurrierender Angebote mit einer Milliardenstrafe belegen. Sie untersuchen auch, ob der Konzern sein Betriebssystem Android mit unlauteren Mitteln in den Markt gedrückt hat. Spanien, Italien und Frankreich fordern Steuern von Google nach.

Das ist der Trump-Clan
Familie Trump bei der SiegeskundgebungDer 45. Präsident der USA heißt Donald Trump, die First Lady Melania. Für den Wahlsieger spielte seine Familie eine wichtige Rolle im Wahlkampf. Denn Donald Trump misstraut den meisten politischen Beratern. Nur seine engsten Angehörigen dürfen ihm die Meinung sagen und Ratschläge geben. Die neue Familie im Weißen Haus im Überblick. Quelle: REUTERS
Ivanka Trump Quelle: AP
Donald Trump Jr Quelle: AP
Tiffany Trump Quelle: REUTERS
Tiffany Trump Quelle: REUTERS
Eric Trump Quelle: AP
Seine Ehefrau Lara Yunaska stand ihm bei jeder Wahlkampfveranstaltung seines Vaters zur Seite. Eric ist der Sohn von Ivana Trump, Trumps erster Ehefrau. Im Jahr 2012 wurde Eric vom „Forbes“-Magazin zu einem der Top 30-Immobiliengurus gekürt. Er leitet gemeinsam mit seinen Geschwistern das Trump Imperium und ist Gründer. Quelle: REUTERS

Weil die weiche Tour über Kompromisse nicht funktioniert, setzt Google nun auf Konfrontation. Die EU-Anschuldigungen seien „faktisch, rechtlich und ökonomisch falsch“, wettert Googles Chefjurist Kent Walker. Das liegt ganz auf Trumps Linie, der die Forderungen aus Europa als Strategie des gezielten Schwächens erfolgreicher US-Konzerne sieht.

Facebook: Weltverbesserer am Pranger

Facebook-Chef Mark Zuckerberg sieht sich nicht nur als Geschäftsmann, sondern berufen, die Welt zu retten. Er will das Hinterland Indiens ans Netz holen und die Menschheit vor Krankheiten retten. Aber: Ausgerechnet er gerät in Verdacht, Trumps Kampagne indirekt befeuert zu haben, weil Trump-Anhänger im Wahlkampf Halb- und Unwahrheiten ungefiltert und ungebremst auf Facebook verbreiteten. Das lässt sich nicht ganz widerlegen – auch wenn der Gründer jeglichen Einfluss seiner Firma auf den Ausgang der Wahl empört zurückweist.

Auch Facebook arbeitet auf Hochtouren an der Vernetzung mit Washington. Die operative Chefin Sheryl Sandberg, die unter Bill Clinton als Stabschefin im US-Finanzministerium arbeitete, gilt gar als Hoffnungsträgerin der Demokraten. Und Regina Dugan, ehemalige Forschungschefin des US-Militärs, ist nach einem Gastspiel bei Google nun auch bei Facebook beschäftigt.

Trump „jämmerlich unvorbereitet“ für Präsidentschaft
„Hillary Clinton will Amerikas Angela Merkel werden, und ihr wisst, was für eine Katastrophe diese massive Einwanderung für Deutschland und die Menschen Deutschlands ist“, sagte Trump Mitte August in einer außenpolitischen Rede in Youngstown (Ohio). „Die Kriminalität ist auf ein Niveau gestiegen, das niemand geglaubt hat, je zu sehen.“ Die USA hätten genug Probleme, ohne sich durch die ungezügelte Aufnahme syrischer Flüchtlinge weitere aufzubürden. Quelle: AP
„Jämmerlich unvorbereitet“, um die USA als Präsident führen zu können, ist Donald Trump nach Aussagen von US-Präsident Barack Obama. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus forderte Obama die Republikaner am Dienstag auf, Trump nicht mehr zu unterstützen. Dabei gehe es um mehr als unterschiedliche Ansichten politischer Natur, sagte Obama. Trotz des wachsenden Unmuts gegenüber Trump hat bisher kein Republikaner ihm seine Unterstützung entzogen. Obama sagte, republikanische Politiker hätten wiederholt feststellen müssen, dass Äußerungen Trumps inakzeptabel seien. „Warum unterstützen Sie ihn dann noch?“, fragte Obama. Quelle: dpa
„Belgien ist eine wunderschöne Stadt und ein herrlicher Ort - großartige Gebäude“, sagte Donald Trump in einer Rede und zeigte, wie es um seine geographischen Kenntnissen bestellt ist. „Ich war mal dort, vor vielen, vielen Jahren. Vor ein paar Monaten habe ich dann ein Statement abgegeben, nach dem Motto, Belgien ist ein elendes Loch. Dafür wurde ich dann schwer kritisiert, man hat gesagt, was für eine böse Sache - und dann hatten sie in Belgien dieses massive Problem.“ Quelle: dpa
US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat die Washington Post von künftigen Wahlkampfauftritten ausgeschlossen: Auf Facebook bezeichnete er das Blatt als
Donald Trump Quelle: REUTERS
Donald Trump Quelle: dpa
Trumps Knaller nach dem Sieg in den Vorwahlen von Nevada: „Wir haben bei den Evangelikalen gewonnen. Wir haben bei den Jungen gewonnen, wir haben bei den Alten gewonnen. Wir haben bei den gut Gebildeten gewonnen, wir haben bei den schlecht Gebildeten gewonnen. Ich liebe die schlecht Gebildeten.“ Quelle: REUTERS

Auch Zuckerberg helfen diese Kontakte zu den Demokraten erst mal nichts; er muss nun mit Republikanern die politischen Rahmenbedingungen aushandeln. Damit Facebook weiter wachsen kann, benötigt es vor allem liberale Datenschutzregeln. Denn um seinen Anzeigenkunden nachweisen zu können, dass stark auf den Nutzer abgestimmte Werbung tatsächlich zu mehr Umsatz führt, muss Facebook die Vorlieben der Nutzer weiterhin ungebremst auswerten können. US-Konsumgütergigant Procter & Gamble, größter Facebook-Werbekunde, hatte zuletzt Zweifel – und die Anzeigenform reduziert.

Schub soll aus dem Ausland kommen. Dort leben 88 Prozent der Facebook-Mitglieder, aber noch immer stammt über die Hälfte des Umsatzes aus Nordamerika. Zuckerbergs größter Wunsch ist die Expansion nach China, wo sein Netzwerk blockiert wird. Facebook hat dort zwar rund 60 Millionen Nutzer, die aber müssen sich über illegale Umwege Zugang verschaffen. Seit Jahren wirbt der Facebook-Gründer, der fleißig Mandarin lernt, bei Chinas Spitzenpolitikern um offiziellen Zugang. Den wird es nur mit Konzessionen geben, etwa einer stärkeren Kontrolle der Inhalte. Das wird nur funktionieren, wenn die US-Regierung das toleriert. Mit Clinton wäre das schwierig geworden. Trump könnte weniger Einwände haben. Schließt er Frieden mit China, könnte Facebook enorm profitieren.

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