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Silicon Valley Rösler will für junge digitale Wirtschaft werben

Wirtschaftsminister Philipp Rösler reist nicht in die Neue, er fliegt in die ganz neue Welt. Im Silicon Valley will er die deutsche IT-Wirtschaft bekannt machen und Kapitalgeber nach Deutschland locken.

Die besten Standorte für Startups
Platz 17: Berlin Quelle: dpa
Platz 10: Moskau Quelle: dpa
Platz 9: Bangalore Quelle: Reuters
Platz 8: Sao Paulo Quelle: Reuters
Platz 7: Singapur
Platz 6: Los Angeles Quelle: AP
Platz 5: Tel Aviv Quelle: Reuters

Als Wirtschaftsminister hat Philipp Rösler schon etliche Dienstreisen mit Wirtschaftsdelegationen unternommen, und doch ist diesmal etwas anders. Denn normalerweise treten die deutschen Unternehmen im Schlepptau der Regierung als Technologieführer auf, um neue Märkte zu erobern oder bewährte Technik made in Germany in Ländern mit starker öffentlicher Hand an den Staatsmann zu bringen. Beim Trip nach San Francisco ist das anders: Die Deutschen kommen hier als zwar selbstbewusste, aber wiss- und lernbegierige Gäste vorbei. Entwicklungshilfe einmal anders.

Im Silicon Valley, der Hochburg der IT- und Computertechnik, wollen die Deutschen vor allem Eindruck schinden. „Ich will in den USA klarmachen: Wir haben in Deutschland eine starke Gründerszene.  Die trägt wesentlich dazu bei, dass Deutschland bei der Informations- und Kommunikationstechnologie weltweit bereits auf Platz sechs steht.“ Und dabei soll es nicht bleiben: „Unser Ziel ist es, bis Ende des Jahrzehnts auf dem Treppchen zu stehen, also unter den ersten Drei zu sein.“

Zwei Ziele verfolgt Rösler mit seiner Reise: Zum einen will er für die junge digitale Wirtschaft in Deutschland werben, die sich vor allem in Berlin konzentriert. Und er will die Amerikaner für eine engere Zusammenarbeit gewinnen. Denn noch sind die Forscher und Unternehmen im Silicon Valley meilenweit voraus – bei der Technik genauso wie bei der Umsetzung in Produkte und der  Mobilisierung von Milliarden, um die Forschungsergebnisse zum Geschäft zu machen. Den Minister aus Berlin begeistert beispielsweise, dass die Universität Stanford 27 Nobelpreisträger hervorgebracht hat, von denen 17 immer noch an ihrer Alma mater forschen und unterrichten.

Als Wachstumslabor soll der German Silicon Valley Accelerator (GSVA) dienen, an dessen Aufbau sich das Bundeswirtschaftsministerium finanziell beteiligt. Wie in einem Beschleuniger sollen sich ausgewählte deutsche Firmen schnell die Methoden abgucken, mit denen amerikanische IT-Unternehmen arbeiten, ein Netzwerk zu den alteingesessenen Spezialisten knüpfen und um Geldgeber werden. Denn die amerikanischen Wagnisfinanzierer suchen stets auch Anlagemöglichkeiten im Ausland. „Wir wollen jedes Jahr 16 Unternehmen ins Silicon Valley bringen, um Investoren zu finden und dort Fuß zu fassen“, gibt Rösler als Marschroute aus. „Damit bringen sie auch frische Impulse nach Deutschland.“

Rösler hat große Pläne. Weil sich durch den Einsatz der Informationstechnik die Produktivität um etwa 20 Prozent steigern lässt, sieht er den größten Nutzen für Deutschland in der Verbindung der IT-Industrie mit den herkömmlichen Branchen. „Ein Unternehmen wie  Apple in der IT-Szene ist auch in Deutschland möglich. Nicht im Consumer-Bereich, aber in der Verbindung mit der klassischen Industrie. Da wollen wir weltweit führend werden.“

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