Sinai-Halbinsel Russisches Passagierflugzeug abgestürzt

Tragödie in Ägypten: Ein russischer Urlaubsflieger mit mehr als 200 Menschen an Bord stürzt über der Sinai-Halbinsel ab. Warum verschwand die Maschine kurz nach dem Start vom Radar?

Bei der Unglücksmaschine soll es sich um den Flugezugtyp A-321 gehandelt haben. Quelle: dpa

Der Absturz einer russischen Passagiermaschine auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel hat am Samstag alle 224 Insassen in den Tod gerissen. Es gebe keine Überlebenden, teilten ägyptische Beamte mit. Das Flugzeug der Gesellschaft Metrojet war am frühen Morgen vom Badeort Scharm el-Scheich nach St. Petersburg gestartet und 23 Minuten später vom Radar verschwunden. Alle Opfer waren nach offiziellen Angaben Russen. Präsident Wladimir Putin schickte Experten zum Unglücksort und verhängte für Sonntag eine Staatstrauer.

Die Piloten hätten nach dem Start technische Probleme gemeldet und angekündigt, auf dem nächstgelegenen Flughafen zu landen, sagte Aiman al-Mukadem, Mitglied des ägyptischen Komitees für Zwischenfälle im Luftverkehr. Danach sei der Kontakt zu den Fluglotsen abgebrochen. In Scharm el-Scheich war der Flieger nach offiziellen Angaben noch erfolgreich technisch gewartet worden.

Flugzeugunglücke der vergangenen Jahre

Wie die staatliche ägyptische Agentur Mena berichtete, hob das Flugzeug um 05.51 Uhr ab. An Bord waren nach offiziellen Angaben 217 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. Die Maschine hatte demnach bereits ihre Reiseflughöhe von 36 000 Fuß erreicht, als der Kontakt zum Boden abbrach. Ermitter fanden die Trümmer des Fliegers in der Nähe von Al-Arisch ganz im Norden der Sinai-Halbinsel. An der Absturzstelle gefundene Leichen wiesen Verbrennungen auf, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Scharm el-Scheich an der Südspitze der Halbinsel am Roten Meer ist ein beliebtes Urlaubsziel russischer Touristen. Insgesamt machen jährlich rund drei Millionen Russen Urlaub in Ägypten. Der Norden des Sinai, wo die Absturzstelle lag, hat sich allerdings zur Krisenregion entwickelt: Ägyptische Sicherheitskräfte bekämpfen dort islamistische Extremisten. Diese verfügen auch über Raketen, die allerdings nur niedrig fliegende Flugzeuge und Helikopter treffen könnten.

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Luftverkehrsminister Hossam Kamal sagte, Ermittler seien an der Unfallstelle und suchten die Flugschreiber. Darüber hinaus eilten russische Experten unter Führung von Katastrophenschutzminister Wladimir Puschkow an den Unglücksort. Russische Staatsanwälte untersuchen nach eigenen Angaben, ob Sicherheitsbestimmungen verletzt wurden. Der ägyptische Ministerpräsident Scherif Ismail brach eine Inlandsreise ab und bildete einen Krisenstab.

Die US-Regierung sprach Russland und den Opfern der Katastrophe ihr Beileid aus. Außenminister John Kerry sagte, man kenne noch nicht alle Einzelheiten, doch deute alles auf eine große Tragödie.

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