Sondersitzung UN fordern „sofortige und bedingungslose Waffenruhe“

Israelis und Palästinenser sollten die Kampfhandlungen einstellen, um humanitäre Hilfe möglich zu machen, hieß es in einer am frühen Montagmorgen in New York verlesenen Erklärung des Rates.

Das sind die gefährlichsten Grenzen der Welt
Israel - Palästina Quelle: dapd
Deutsch-deutsche Grenze Quelle: dpa/dpaweb
Indien - Pakistan Quelle: dapd
USA- Mexiko Quelle: AP
Spanien -Marokko Quelle: AP
Sudan – Südsudan Quelle: REUTERS
Äthiopien – Eritrea Quelle: AP

Zu extrem ungewöhnlicher Stunde hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Sondersitzung zum Gazakonflikt einberufen. Das mächtigste UN-Gremium wollte um Mitternacht (Ortszeit, 6 Uhr Montagmorgen deutscher Zeit) zusammentreten, teilte die Mission Ruandas als derzeitige Ratspräsidentin nur gut zwei Stunden zuvor mit. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat einen „sofortigen und bedingungslosen Waffenruhe“ im Nahen Osten gefordert. Israelis und Palästinenser sollten die Kampfhandlungen einstellen, um humanitäre Hilfe möglich zu machen, hieß es in einer am frühen Montagmorgen in New York verlesenen Erklärung des Rates.

Im Sicherheitsrat wurde eine von Jordanien ausgearbeitete Resolution beraten. Das Papier fordert einen sofortigen Waffenstillstand, freien Zugang für humanitäre Helfer und Verhandlungen über einen ägyptischen Friedensvorschlag. Das Papier galt am Sonntagabend aber noch nicht als abstimmungsreif. Angesichts steigender Opferzahlen auf beiden Seiten und der sich verschlechternden Lage im Gazastreifen hatte sich wenige Stunden zuvor US-Präsident Barack Obama für eine sofortige und bedingungslose humanitäre Feuerpause ausgesprochen. In einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte Obama, ein solcher Schritt sei ein „strategisches Gebot“. Eine Feuerpause solle zu einem dauerhaften Ende der Feindseligkeiten führen. Eine langfristige Lösung des Nahostkonflikts müsse die Entwaffnung der Terrorgruppe und die Entmilitarisierung Gazas sicherstellen. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte, beide Seiten brauchten eine „Pause von der Gewalt, der so viele zum Opfer gefallen sind, die so viele Leben zerstört und so viel verwüstet hat“.

Fünf Fakten über Israel


Netanjahu sagte dem US-Sender CNN, dass Israel weitere humanitäre Feuerpausen vorerst ablehne. „Die Hamas hat ihre eigene Waffenruhe verletzt“, fügte er hinzu. Die Hamas verwarf Obamas Vorschlag einer Entmilitarisierung Gazas nachdrücklich. Nach einer Feuerpause zwischen Israel und der Hamas flammten die Kämpfe im Gazastreifen am Sonntag wieder auf. Israelische Vorstöße, die zwölfstündige humanitäre Waffenruhe vom Samstag um 24 Stunden zu verlängern, wies der militärischen Flügel der Hamas ab. Militante Palästinenser schossen am Sonntag 30 Raketen auf Israel ab, wie die Armee mitteilte. Das israelische Militär antwortete mit Gegenschlägen. Zwar kündigte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri eine eigene 24-stündige Waffenpause ab Sonntag 13.00 Uhr (MESZ) an. Offenbar hatte der politische Flügel der Organisation das feierliche Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan im Auge - das Fest Eid al-Fitr soll am Montag beginnen. Die Militanten ignorierten dies jedoch. Auch nach dem genannten Zeitpunkt flogen Geschosse nach Israel.

  • 1
  • 2
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%