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Spaltung verhindern Monti fordert Zusammenhalt in Europa

Italiens Premier Mario Monti beschwört in der Krise den Zusammenhalt Europas. In Haushaltsfragen sollten die Staaten besser zusammenarbeiten. Die Finanzmärkte reagierten derweil positiv auf das italienische Sparprogramm.

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Mario Monti will wieder neues Vertrauen in Europa schaffen. Quelle: AFP

Rom Italiens Ministerpräsident Mario Monti hat nach der Vorlage seines Sparplans den Zusammenhalt Europas zur Bewältigung der Schuldenkrise beschworen. Kein Land sei stark genug, als dass es von einer eigenen Isolation profitieren könnte, sagte der ehemalige EU-Kommissar am Montag in Rom vor ausländischen Journalisten. „Der Euro wurde geboren, um Europa und seine Völker weiter zu einen. Meine größte Angst ist es, dass er sie psychologisch spalten wird.“ Die EU-Staaten forderte er auf, ihre Zusammenarbeit in Haushaltsfragen zu verbessern. Italien sei entschlossen, eine führende Rolle bei der Stärkung der Eurozone zu spielen. Damit das Land jedoch als glaubwürdig bei seinen internationalen Partnern erscheine, müsse es seine eigenen Probleme lösen.

Dazu legte Monti am Wochenende ein 30-Milliarden-Euro-Sparpaket mit dem Titel „Rettet Italien“ vor. Es sieht unter anderem eine Reihe von Steuererhöhungen und eine Anhebung des Renten-Eintrittsalters vor. Die geplanten Einschnitte könnten das Wachstum belasten, räumte er am Montag vor der Auslandspresse ein. Aber dies würde durch steigendes Vertrauen ausgeglichen, was der Konjunktur wiederum helfen würde. „Wir denken, dass Italien ohne das Paket zusammengebrochen wäre, dass Italien in eine Lage kommen würde, die der von Griechenland gleichen würde.“

Die Finanzmärkte reagierten positiv auf Montis Sparvorhaben. Devisenanleger würdigten das italienische Sparpaket als einen wichtigen Schritt in Richtung Haushaltskonsolidierung. „Man hat den Eindruck, dass in Italien jetzt eine einheitliche Linie gefahren wird, und das ist sehr positiv“, sagte ein Händler. „Alle hoffen, dass vor Weihnachten noch der große Wurf gelingen könnte.“ Der Euro stieg bis auf 1,3460 Dollar, nachdem er Ende vergangener Woche noch knapp unter 1,34 Dollar notiert hatte. Die Rendite der zehnjährigen italienischen Staatsanleihen ging bis auf 6,27 Prozent zurück. Die Risikoaufschläge italienischer Anleihen zur vergleichbaren Bundesanleihe fielen auf den niedrigsten Stand seit fünf Wochen, und auch die Kosten für eine Ausfallversicherung gingen zurück.

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