WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Spanien Reformkurs der spanischen Regierung stockt

Seite 2/2

Arbeitslosenquote und Wirtschaftswachstum in Spanien

Die Massenproteste vor den Regionalwahlen zeigten, wie frustriert die Bevölkerung schon jetzt über die Reformen und Sparzwänge ist – besonders die Jugendlichen: Die sind mit dem Wirtschaftsboom seit Beginn der Euro-Einführung groß geworden und finden sich jetzt schwer zurecht. Fast jeder zweite der unter 25-Jährigen ist arbeitslos. Der IWF warnte vor einer „verlorenen Generation“.

Dass die Proteste auf der Puerta del Sol schnell erlahmten, liegt auch daran, dass die Familienbindung so ausgeprägt ist wie die Schattenwirtschaft. Mit Stütze und Schwarzarbeit kommen nicht nur Jugendliche ganz gut durch. Schwarzarbeit trägt in Spanien etwa 20 Prozent zum BIP bei. Viele Jüngere wohnen zudem bei den Eltern oder werden von diesen unterstützt.

Nicht mutig genug

In Krisenzeiten schnellt Spaniens Arbeitslosenrate immer schnell hoch: Ein rigider Kündigungsschutz lässt Unternehmen lieber Werkverträge oder ähnlich kurzfristige Verträge abschließen. Von diesen Arbeitern können sich Unternehmen in flauen Zeiten schnell trennen. Die Regierung führte zwar bereits eine gewisse Flexibilisierung des Arbeitsrechts durch – nach Meinung der Experten nicht mutig genug. „Die Kosten, um Arbeiter mit unbefristeten Verträgen zu entlassen, müssen noch mehr reduziert werden“, fordert daher die OECD.

Das wird wohl so bald nicht geschehen. Dabei sind die Gefahren der Schuldenkrise nicht gebannt. Sollte Griechenland zahlungsunfähig werden, drohen die Ratingagenturen mit der Herabstufung des Kreditstatus anderer Schuldenstaaten. Zwar ist „Spanien nicht auf dem gleichen Niveau wie Portugal und Irland“, beruhigte Alastair Wilson von Moody’s. Allerdings könnten „auch die solideren Staatsanleihen der Euro-Zone einen stärkeren Druck der Märkte sowie wahrscheinlich höhere Finanzierungskosten spüren“.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%