Spanien Terrorermittler fahnden nach Todesfahrer

Die Behörden sind sich sicher, dass ein 22 Jahre alter Marokkaner den Lieferwagen über die Ramblas gesteuert hat und für den Tod von 13 Menschen verantwortlich ist. Der Mann ist aktuell weiterhin auf der Flucht.

Police officers stand guard in a security checkpoint at the road entrance of Ripoll, north of Barcelona, Spain, Monday Aug. 21, 2017. (AP Photo/Francisco Seco) Quelle: AP

BarcelonaDie spanischen Ermittler haben den Todesfahrer von Barcelona identifiziert. Alles deute darauf hin, dass der 22-jährige Marokkaner Younes Abouyaaquoub der Fahrer des Transporters gewesen sei, der bei dem Anschlag mit 13 Toten eingesetzt wurde, sagte der katalanische Innenminister Joaquim Forn am Montag dem Sender Catalunya Ràdio. Abouyaaquoub sei das letzte Mitglied der Terrorzelle, das noch auf der Flucht sei.

Der Marokkaner galt schon zuvor als mutmaßlicher Fahrer des Lieferwagens. Die Behörden bestätigten das jedoch zunächst nicht, weil sie Schwierigkeiten hatten, die Überreste von mindestens einem Extremisten zu identifizieren, der bei einer Explosion am Mittwoch in der Ortschaft Alcanar getötet wurde. Dort hatte die Gruppe einen Sprengstoffanschlag vorbereitet.

„Es ist offensichtlich, dass die Person, die den Anschlag mit dem Lieferwagen verübt hat, nicht tot sein kann, weil die Explosion vor dem Anschlag auf den Ramblas passierte“, sagte Forn im Radio-Interview.

Laut Polizei bestand die verantwortliche Zelle aus zwölf Männern, die alle Verbindungen zur nordspanischen Stadt Ripoll hatten. Sie planten offenbar einen Sprengstoffanschlag. In einem Haus in Alcanar lagerten sie mehr als 100 Butangasflaschen. Die Polizei geht davon aus, dass zwei mutmaßliche Extremisten bei der versehentlichen Explosion in dem Haus getötet wurden.

Die Beamten suchten in der gesamten Region im Nordosten des Landes an der Grenze zu Frankreich nach dem Flüchtigen. Die spanische „El País“ veröffentlichte am Montag Fotos, die Abouyaaquoub zeigen sollen. Zu sehen war ein schlanker Mann mit Sonnenbrille, der dem Bericht zufolge über einen Markt in der Nähe der Ramblas geht.

Bei dem Anschlag in Barcelona gab es auch 120 Verletzte. Ein weiterer Anschlag Stunden später kostete eine Person in der Küstenstadt Cambrils südlich von Barcelona das Leben, mehrere Menschen wurden verletzt.

Einen Vorschlag der spanischen Regierung für einen besseren Schutz der Promenade Las Ramblas lehnte Katalonien ab. Regionalpräsident Carles Puigdemont sagte einem Fernsehsender, Barrieren seien nicht effizient. Autos könnten auch auf anderen Wegen auf die Promenade gelangen. Außerdem müsste immer noch sichergestellt werden, dass Rettungsfahrzeuge im Notfall rasch durchkämen.

Unklar blieb, wann genau der Vorschlag aus Madrid kam. In Medienberichten hieß es lediglich, das sei nach ähnlichen Angriffen mit Fahrzeugen in Europa geschehen.

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