Sperrung in der Türkei Twitter und YouTube wieder zugänglich

Im Streit über Internet-Bilder einer Geiselnahme hat die Türkei den Zugang zum Kurznachrichtendienst Twitter und zur Videoplattform YouTube vorübergehend blockiert. Die Sperrung wurde mittlerweile wieder aufgehoben.

Die Chronik der größten Stromausfälle
9. Februar 1965: In der größten Stadt der USA gehen die Lichter aus. 30 Millionen Menschen sind 14 Stunden lang ohne Strom und Heizung. Der öffentliche Verkehr bricht zusammen. Der Ursache kommen Techniker erst sechs Tage später auf die Schliche: Schuld war ein einziges kaputtes Strom-Relais im kanadischen Ontario. Es hatte einen Domino-Effekt ausgelöst. Gute neun Monate nach danach steigt die Geburtenrate in New York ungewöhnlich stark an. Die Nacht im Dunkeln hat einen Babyboom ausgelöst. Quelle: REUTERS
13. April 1976: Halb Österreich geht vom Netz - glücklicherweise findet der Wiener Opernball erst ein paar Wochen später statt. Die Feuerwehr muss Menschen aus Aufzügen befreien, in den Krankenhäusern der Stadt springen die Notstromaggregate an. Nur Kärnten, Tirol und Vorarlberg sind nicht betroffen. Bereits hier wird deutlich, welche Folgen ein Ausfall in einem Nachbarland haben kann. Denn der Grund für den Blackout ist eine Explosion infolge eines Waldbrands im deutschen Umspannwerk Hesse.  Quelle: AP
13. Juli 1977: Am Broadway gehen die Lichter aus. Wieder liegt die amerikanische Metropole im Dunkeln. Diesmal sind New York City und der Landkreis Westchester, nördlich von New York betroffen. Millionen warten mehrere Stunden, bis die Klimaanlagen wieder anspringen. Dieser Blackout läuft leider nicht so friedlich ab wie der Stromausfall zwölf Jahre zuvor: Mehr als 1000 Brände entfachen. In der Bronx, Queens und Harlem brechen Unruhen aus. Nicht nur Straßengangs, sondern auch bisher brave Bürger lassen sich von der aufgeheizten Stimmung anstecken. Sie werfen Scheiben ein, plündern Geschäfte. Die Polizei nimmt 3800 Menschen fest. Quelle: dapd
Dezember 1982: Zwei Millionen Menschen sind mindestens eine Stunde im Sonnenstaat der USA ohne Energie. Stürme haben die Leitungen lahm gelegt. Auch in Disneyland mit 7700 Besuchern und der Spielerstadt Las Vegas, berühmt für seine aufwendige Lichtspiele und Leuchtreklamen gehen die Lichter aus. Quelle: AP
Sommer 1996: In neun westlichen Bundesstaaten der USA bricht die Energieversorgung zusammen. Fünf Millionen Amerikaner warten bis zu acht Stunden darauf, dass Klimaanlagen und Ventilatoren wieder summen. Das ist dringend nötig, denn es herrschen Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius. Grund für den Zusammenbruch waren Überhitzung und Überlastung der Hochspannungsleitungen. Quelle: dpa
Dezember 1998: Eine Panne bei Wartungsarbeiten führt zu einem großflächigen Stromausfall. Eine Million Menschen müssen acht Stunden lang ohne Heizung und warmes Wasser auskommen. Die Cable Cars, Wahrzeichen der Stadt an der Westküste, rollen nicht mehr. Die Lichter der Golden Gate Bridge fallen aus. Quelle: AP
22. Juli 2000: Die drittgrößte deutsche Ostseeinsel Fehmarn ist zehn Stunden lang von der Außenwelt abgeschnitten. 12.000 Inselbewohner und tausende Urlauber müssen ausharren bis Kühlschränke und  Eismaschinen wieder arbeiten. Grund für den Stromausfall ist ein Brand in einem Umspannwerk.  Quelle: dpa

In der Türkei sind soziale Netzwerke wie Twitter und YouTube vorübergehend erneut gesperrt worden. Die Staatsanwaltschaft habe die Blockade angeordnet, sagte ein Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag. Grund waren auf den Seiten gepostete Fotos von radikalen Marxisten, die einem Staatsanwalt eine Waffe an den Kopf hielten, bevor sie ihn vergangene Woche töteten. Am Nachmittag sei Twitter wieder freigeschaltet worden, nachdem der Konzern der Löschung der Bilder zugestimmt habe, hieß es vonseiten der Regierung. Am Abend war auch YouTube wieder zugänglich.

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Die Regierung hatte türkische Medien scharf kritisiert, weil sie die Fotos ebenfalls veröffentlicht hatten und damit - so die Regierung - radikaler Propaganda Vorschub leisteten. Der Verband der Internetanbieter teilte laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit, die Sperranordnung sei umgesetzt worden, nachdem Twitter und Youtube Videos und Fotos von dem Fall auf offizielle Nachfrage nicht selbst entfernt hätten. Stattdessen seien weiter Beiträge zu der tödlichen Geiselnahme gepostet worden.

Twitter und YouTube in der Türkei wieder zugänglich. Quelle: dpa

Einige Nutzer konnten am Montag aber nach wie vor auf die Seiten zugreifen. Twitter erklärte, es bemühe sich um eine Wiederherstellung des Zugangs für alle Kunden. Im Internet teilten Türken Anleitungen miteinander, wie die Sperrung am besten umgangen werden könne. Im vergangenen Jahr waren in der Türkei Twitter und YouTube bereits einmal blockiert worden, nachdem dort Aufnahmen online gestellt worden waren, die angeblich Korruption innerhalb der Regierung nachwiesen. Der Oberste Gerichtshof des Landes kippte die Entscheidung aber wieder. Westliche Regierungen und Menschenrechtler hatten die versuchten Blockaden durch die Regierung als Zensur verurteilt.

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