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Staatsbesuch in Indien Putin sucht Partner für Gas- und Rüstungsabkommen

In Zeiten der Ukrainekrise und der jüngsten Konfrontation mit dem Westen sucht Russlands Präsident Putin neue Freunde und Kunden. Nach Istanbul steht jetzt Neu Delhi auf seiner Liste.

Wer den Öl- und Gasmarkt dominiert
Stürmische Zeiten: Trotz der weltweiten Wirtschaftsflaute fahren die größten Ölkonzerne der Welt satte Gewinne ein. Der Energie-Informationsdienst Oilandgasiq hat die zehn größten Öl- und Gaskonzerne nach dem täglichen Fördervolumen zusammengestellt. Stand: Mai 2013 Quelle: REUTERS
Platz 10: Kuwait Petroleum Corporation (KPC)Den letzten Rang unter den Top-10 Ölkonzernen der Welt erreicht der staatliche Ölförderer von Kuwait. Die Kuwait Petroleum Corporation ging aus der Anglo-Persian Oil (heute BP) und Gulf Oil (heute Chevron) hervor. Die Kuwaitis beschäftigen 15.800 Menschen und fördern 3,2 Millionen Fass Öl am Tag. Ein Fass oder Barrel entspricht rund 159 Litern. Im Golfkrieg in den 1990ern setzten irakischen Streitkräfte mehr als 700 kuwaitische Ölquellen in Brand. Quelle: PR
Platz 9: ChevronDie Wurzeln des drittgrößten Unternehmens der USA reichen bis 1879 zurück, als die Pacific Coast Oil Company gegründet wurde. Später schluckte Standard Oil das Unternehmen und nannte es SoCal. 1984 schlossen sich dann SoCal und Gulf Oil unter dem Namen Chevron zusammen. Die Kalifornier fördern 3,5 Millionen Barrel am Tag. Rund 62.000 Menschen arbeiten weltweit für den Konzern. Quelle: REUTERS
Platz 8: PemexMexiko verstaatlichte 1938 die gesamte Ölindustrie. Heute gilt der Energieriese als eines der größten Unternehmen Lateinamerikas und größter Steuerzahler Mexikos. Die 138.000 Mitarbeiter fördern 3,6 Millionen Fass Öl am Tag. Quelle: REUTERS
Platz 7: Royal Dutch Shell Der siebtgrößte Ölförderer der Welt entstand 1907 aus dem Zusammenschluss einer niederländischen und einer britischen Firma. Der weltweit bekannte Konzern setzte sich 2012 mit einer Marktkapitalisierung von 140 Milliarden Dollar an die Spitze des britischen Leitindex FTSE. Mit 87.000 Angestellten fördert der Multi 3,9 Millionen Barrel Öl am Tag. Quelle: REUTERS
Platz 6: BPAuf eine lange Historie blickt auch British Petroleum, kurz BP, zurück. Die Burmah Oil Company ging 1909 in der Anglo-Persian Oil Company auf, die später zur Anglo Iranian Oil und schließlich zu BP wurde. Einen schweren Schlag erhielt der Konzern, als eine Explosion auf der Plattform Deepwater Horizon 2010 mehrere Arbeiter töte. Das auslaufende Öl verseuchte den Golf von Mexiko und richtete eine der größten Umweltkatastrophen an. Der Konzern wurde zu Milliardenstrafen und Entschädigungen verurteilt. Weitere Prozesse laufen. BP beschäftigt 85.700 Menschen und fördert 4,1 Millionen Fass Öl am Tag. Quelle: dapd
Platz 5: PetrochinaDen fünften Rang unter den größten Energiekonzernen der Welt hat Chinas Petrochina erobert. Die Karriere des erst 1999 gegründeten Unternehmens ist steil. Der staatseigene Konzern fördert mit 550.000 Arbeitern 4,4 Millionen Barrel. Quelle: REUTERS

Kremlchef Wladimir Putin will in Indien die zuletzt etwas abgekühlte Partnerschaft zwischen Moskau und Neu Delhi fester schmieden. Indiens Premierminister Narendra Modi empfing den Gast in der Nacht zum Donnerstag mit Twitter-Botschaften auf Russisch. „Ich erwarte einen produktiven Besuch, der unsere Beziehungen auf ein qualitativ neues Niveau hebt“, schrieb er. Die Zeiten änderten sich, aber nicht die Freundschaft der beiden Länder. „Das Verhältnis der Völker Russlands und Indiens ist eng.“

Bei dem Gipfel der beiden Atommächte soll vor allem die Zusammenarbeit im Gas-, Energie- und Rüstungsgeschäft gestärkt werden. Nach Angaben der indischen Agentur IANS stehen 20 Verträge zur Unterschrift an, unter anderem zur engeren Kooperation im Handel, bei der nuklearen Energiegewinnung und über den Kauf von Kampfflugzeugen.

Eine Pipeline nach Indien sei zwar derzeit „kommerziell nicht tragfähig“, sagte Putin nach Angaben der indischen Zeitung „The Hindu“ noch vor seiner Abreise. Aber Russland wolle in Zukunft mehr Gas per Schiff nach Asien schicken. Indien dringt dagegen auf eine 40 Milliarden Dollar teuere Pipeline, durch die Gas aus Sibirien in den Subkontinent gepumpt werden könnte. Das Projekt ist jedoch umstritten: Selbst wenn es sich umsetzen lässt, würde es immer noch mit der Lieferung per Tanker konkurrieren. Vielversprechender wäre womöglich eine Öl-Pipeline, zumal Indien 80 Prozent seines Erdöl-Bedarfs importiert. Doch auch hier bewegt sich bislang kaum etwas.

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Das energiehungrige Indien hofft auch auf neue Abschlüsse zum Bau von Atomkraftwerken. Derzeit baut Russland das Kraftwerk Kudankulam mit vier Reaktoren auf dem Subkontinent. 25 weitere Reaktoren könnten folgen, sagte Putin nach Angaben des Blattes.

Verträge zur engeren Rüstungszusammenarbeit sind nach Angaben des indischen Außenministeriums ebenfalls fertig. Russland war über Jahrzehnte der wichtigste Rüstungslieferant Indiens. Doch wegen Problemen mit Ersatzteilen und verspäteten Lieferungen blickte Neu Delhi zuletzt vermehrt nach Westen: Im Sommer stiegen die USA zum größten Rüstungspartner Indiens auf. Nun könnte Moskau erneut mehr Kampfflugzeuge und militärisches Equipment liefern.

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