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Staatsbesuch Trump und Macron auf Schmusekurs

Donald Trump hofiert Emmanuel Macron in Washington. Bei der Pressekonferenz gibt es gar einen Wangenkuss für den Franzosen. Am Freitag kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Washington – unter ganz anderen Vorzeichen.

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Die Blüten der Blumen vor dem Weißen Haus strahlen in Rot, Weiß und Blau. Den Nationalfarben der Vereinigten Staaten von Amerika – und Frankreichs. Es ist das perfekte Ambiente für das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron. Gut gelaunt begrüßten Donald und Melania Trump – er im dunklen Anzug und gestreifter Krawatte, sie im weißen Blazer von Michael Kors und mit Hut – am Dienstagmorgen vor dem Weißen Haus das französische Präsidentenpaar.

Bereits am Vorabend trafen sich die Vier in Mount Vernon, dem ehemaligen Landsitz von George Washington. Am Dienstag wurde es dann inhaltlich: Während die Ehefrauen auf Museumstour gingen, sprachen Trump und Macron über die Probleme der Welt: Syrien, Nordkorea, der Iran. Und natürlich auch über die Weltwirtschaft und den Freihandel.

Trump nimmt sich für Macron viel Zeit. Satte drei Tage verbringt der Franzose in Washington. Zu dem Staatsbesuch – der erste in der Amtszeit von Donald Trump – gehört auch eine Rede des Gastes vor dem US-Kongress am Mittwoch. Trump macht Macron den Hof. Und das wenige Tage, bevor die Bundeskanzlerin am Freitag zu einem – erneut – kurzen Arbeitsbesuch nach Washington reist. Noch immer gibt es kein detailliertes Programm für den Besuch am Ende des Woche, fest steht nur: er wird kurz ausfallen.

Viel Zeit für Macron, kaum Zeit für Merkel: Die unterschiedlichen Zeitfenster für die US-Besuche der beiden wichtigsten Regierungschefs der Europäischen Union sind mehr als nur Zufall. „Emmanuel Macron hat als einziger Europäer geschafft, eine persönliche Beziehung zu Donald Trump aufzubauen. Die Franzosen haben besser als die Bundesregierung verstanden, wie Trump tickt“, sagt Martin Thunert, Politikwissenschaftler und Dozent am Center for American Studies der Universität Heidelberg. So hätte die Einladung Trumps im vergangenen Sommer zur Militärparade in Paris am Gedenktag zum Sturm auf die Bastille nachhaltig Eindruck auf den US-Präsidenten gemacht. Auch das anschließende Dinner im Eiffelturm hatte damals den Geschmack von Donald und Melania Trump voll getroffen.

Wie Trump versteht sich Macron zudem als politischer Außenseiter, dem – ähnlich wie dem US-Republikaner – noch Monate vor der Präsidentschaftswahl höchstens eine Minimalchance eingeräumt wurde. „Uns eint, dass wir Gegenwind aushalten“, erklärte Macron zum persönlichen Verhältnis der beiden im Weißen Haus. „Macron hat über Monate einen Draht zu Trump aufgebaut, und das trotz Kritik aus den eigenen Reihen“, sagt Thunert. Die Folge: Während es bei dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Donald Trump am Freitag laut Thunert „primär um Schadensbegrenzung“ gehen muss, könnten Macron und Trump bis Mittwoch auch inhaltlich zu Ergebnissen kommen.

Beim Empfang im Garten des Weißen Haus am Dienstagmorgen (Ortszeit) zeigte sich, dass insbesondere in der Außen- und Sicherheitspolitik gleiche Interessen bestehen. So betonte Trump, er wolle sich „persönlich bei Präsident Macron, dem französischen Militär und dem französischen Volk“ für die Teilnahme am Militärschlag gegen Syrien bedanken. Es seien „kritische Zeiten“, in denen man zusammenhalten müsse. Das gemeinsame Vorgehen hätte gezeigt, dass die USA und Frankreich eine „wundervolle Freundschaft“ pflegen, und für die gleichen Werte kämpfen würden. Macron bedankt sich mit einem festen, freundschaftlichen Griff ans Handgelenk von Trump.

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