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Staatsschulden Italien strickt sein Sparpaket um

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Die heutige Emission neuer italienischer Staatsanleihen verlief erfolgreich, wenn sie auch nicht für Euphorie sorgte. "Die Auktion italienischer Anleihen ist nicht gut angekommen", sagte ein Händler. "Die Überzeichnung ist nicht sehr hoch, da scheint der Markt leicht enttäuscht sein", stellte Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, fest. Entscheidend sei aber, dass die Renditen gegenüber der voran gegangenen  Auktion gesunken seien. Das spreche für eine gewisse Normalisierung. Steigen die Renditen – und somit die zu zahlenden Zinsen -, wird die Finanzierung für das Land teurer.

Bei der Emission von zehnjährigen Papieren lag die Rendite bei 5,22 Prozent. Bei der vorigen Auktion Ende Juli hatte die Bruttorendite mit 5,77 Prozent noch den höchsten Wert seit elf Jahren markiert. Italien platzierte insgesamt Anleihen im Gesamtvolumen von 7,7 Milliarden Euro. Der Mailänder Leitindex gab um 0,8 Prozent nach.

Konsumlaune sinkt deutlich

Derweil dämpft die Euro-Schuldenkrise die Stimmung der italienischen Verbraucher. Die Konsumlust sank auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Das Barometer für das Vertrauen der Konsumenten sackte im August auf 100,3 von 103,7 Zählern und damit auf das niedrigste Niveau seit März 2009, teilte das Statistikamt Istat mit. Kenner hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang auf 102,0 Punkte gerechnet. Skeptischer äußerten sich die privaten Haushalte vor allem über die wirtschaftliche Lage des hoch verschuldeten Landes. Zudem trübten sich die Aussichten für den Arbeitsmarkt ein und die Chancen, Erspartes auf die hohe Kante zu legen. Der Privatkonsum gilt als Achillesferse der italienischen Wirtschaft. Die drittgrößte Volkswirtschaft im Euro-Raum war zu Jahresanfang nur um 0,1 Prozent gewachsen und hatte im Frühjahr um 0,3 Prozent zugelegt. Frühindikatoren signalisieren Experten zufolge allerdings für das Sommerquartal wieder ein schwächeres Wachstum.

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