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Standortpolitik Österreich lockt Forscher mit höheren Prämien

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Wiens Parade-Biotechunternehmen, der börsennotierte Impfstoffentwickler Intercell, ist allerdings Mitte Dezember in Turbulenzen geschlittert. Das Biotech-Startup stellte die Entwicklung eines Impfpflasters gegen Reisedurchfall ein, da Wirksamkeitsstudien erfolglos verliefen. Daraufhin brach der Aktienkurs um fast die Hälfte ein. Doch Intercell hat noch ein zweites Standbein: Für Produkte, die Intercell nicht selbst herstellen oder vermarkten will, hat der Impfstoff-Spezialist strategische Partner wie GSK, Novartis oder Merck an sich gebunden.

Lokale Biotech-Mitbewerber lassen zudem mit Erfolgsmeldungen aufhorchen: Der Antikörper-Spezialist F-Star hat im November ein Kooperations- und Lizenzabkommen mit Boehringer geschlossen. Das potenzielle Gesamtvolumen des Deals: 1,26 Milliarden Euro.

Damit die Attraktivität des Standorts auch in diesem Jahr ungebrochen bleibt, hat Österreichs Regierung Anfang 2011 die Forschungsprämie erhöht. Unternehmen können sich nun zehn statt acht Prozent der Ausgaben für Forschung „außer Haus“ am Abgabenkonto gutschreiben lassen. Rund 100 Millionen Euro mehr stehen so für die Forschung zur Verfügung, heißt es von Seiten der ABA. Bis 2020 will die Regierung die Forschungsausgaben auf vier Prozent des BIP erhöhen – ein Ziel, das nicht alle für realistisch halten.

Erst vor wenigen Wochen wies der Rat für Forschung und Technologieentwicklung in seinem Mission Statement darauf hin, dass Österreich vom ursprünglichen Regierungsziel für 2020 weit entfernt sei. Dem Land fehle noch einiges, um zur EU-Spitze aufzusteigen, konstatierte der Rat unter der Führung von Hannes Androsch, einem ehemaligen Finanzminister und Industriellen. Das Land müsse etwa die Zahl seiner naturwissenschaftlich-technischen Absolventen steigern und die Bedingungen für die Spitzen- und Grundlagenforschung verbessern. Dafür müsse die Regierung mehr Geld in die Hand nehmen als die Ausweitung der Forschungsprämie. Höhere Ausgaben für die Forschung müssen auch in Zeiten eines Sparkurses möglich sein. „Das ist eine Notwendigkeit“, sagt Androsch. „Wenn man das nicht tut, wird man die Zukunft verspielen.“

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    Eine Warnung, die mit gutem Grund erfolgte: Denn im Zuge eines allgemeinen Sparpakets will Österreichs Regierung im Jahr 2011 34,4 Millionen Euro bei den Ausgaben für Wissenschaft und Forschung einsparen. Bis 2014 soll insgesamt mehr als viermal so viel in dem für die Zukunft so wichtigen Bereich eingespart werden.

    Für einen Aufschrei der Empörung sorgten Regierungspläne, 40 außeruniversitären Forschungsinstituten ab 2011 die staatliche Unterstützung zu entziehen. Einrichtungen wie das Erwin-Schrödinger-Institut für mathematische Physik oder das Institut für die Wissenschaft vom Menschen sind durch diese Pläne in ihrer Existenz bedroht. Sogar die UNESCO-Kommission des Landes warnte die Regierung vor den Folgen. Doch bisher bleibt Wissenschaftsministerin Beatrix Karl in der Sache standhaft. Damit könnte sie Österreichs hochfliegenden Standort-Plänen einen Bärendienst erweisen.

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