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Stockholm Alternative Nobelpreise überreicht

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Kongo und die Schweiz

Der Anwalt Radschi Surani erhält den Preis, weil er sich „furchtlos und vorurteilsfrei für die Menschenrechte in Palästina und der arabischen Welt“ einsetzt. Im Gazastreifen dokumentiere Surani Menschenrechtsverletzungen, vertrete Opfer und bilde inzwischen auch syrische Juristen aus. „Die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit in allen arabischen Ländern zu verbreiten, das ist schon eine fantastische Multiplikatorwirkung“, sagte von Uexküll. Quelle: dpa

Auch Denis Mukwege aus der Demokratischen Republik Kongo ist Preisträger. In einem Krankenhaus in seiner Heimat Süd-Kivu hat der kongolesische Arzt laut der Stiftung rund 40 000 vergewaltigte Frauen behandelt, psychologisch betreut und ihnen Gehör verschafft. Der 58-Jährige ruft in der Krisenregion immer wieder dazu auf, die Täter nicht ohne Strafe davonkommen zu lassen. Nach einer Rede Mukweges vor den Vereinten Nationen 2012, bei der er forderte, die verantwortlichen Rebellengruppen zu „verdammen“, wurde ein Mordanschlag auf ihn verübt. Ein Mitarbeiter lenkte die Attentäter ab, wurde selbst getötet - und rettete so Mukweges Leben. Der Arzt zog daraufhin nach Europa. In seiner Heimat bäumten sich jedoch Frauengruppen gegen die Behörden auf und versprachen Mukwege, für seine Sicherheit zu sorgen. Bewegt kehrte Mukwege laut der Stiftung zurück.

Herren ist er erste Schweizer seit dem Start der Alternativen Nobelpreise 1980, der mit der Auszeichnung geehrt wurde. Quelle: dpa

Der vierte Preisträger ist Hans Rudolf Herren aus der Schweiz. Der Agrarwissenschaftler und Insektenkundler ist „einer der weltweit führenden Experten auf den Gebieten der biologischen Schädlingsbekämpfung und des nachhaltigen Landbaus“. Auf dem Bauernhof aufgewachsen, studierte und forschte er in Zürich, Berkeley und Nigeria. Dort arbeitete er an Programmen zur Bekämpfung von Schädlingen der Maniokwurzel, einem afrikanischen Grundnahrungsmittel.

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Als sich in den 1970er Jahren die Schildlaus auf dem Kontinent ausbreitete, half Herren mit einer Alternative zu Pestiziden: Er brachte den natürlichen Feind der Laus, eine parasitäre Wespe, nach Afrika und verhinderte massive Ernteausfälle. Nach Einschätzung der Stiftung wurden so 20 Millionen Menschen gerettet - vor dem Hungertod und den Spätfolgen der Pestizide. 2004 wurde Herren Co-Präsident des Weltagrarberichts, der von 59 Ländern angenommen wurde. Mit seiner Biovision Foundation helfe der 65-Jährige heute „Landwirten in Afrika, Hunger, Armut und Krankheit durch ökologischen Landbau zu bekämpfen“.

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