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Strauss-Kahn-Nachfolge Rangelei ums IWF-Amt

Noch ist Dominique Strauss-Kahn im Amt. Doch nach der Festnahme des IWF-Chefs streiten Regierungen bereits über einen Nachfolger. Schwellenländer wollen einen eigenen Kandidaten stellen, Europa hält dagegen. Auch Deutsche machen sich Hoffnungen auf das Amt.

Bundeskazlerin Angela Merkel Quelle: dapd

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zählt einem Zeitungsbericht zufolge zu den Kandidaten für die Nachfolge des inhaftierten IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn. Die „Bild“-Zeitung berichtet ohne Angaben von Quellen, die Bundesregierung halte Ausschau nach möglichen deutschen Kandidaten für den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und dabei werde auch Ackermanns Name genannt. Im Gespräch sei zudem Thomas Mirow, Chef der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Die Deutsche Bank wollte sich zur Sache nicht äußern.

 IWF-Chef Strauss-Kahn wird vorgeworfen, in einem New Yorker Hotel versucht zu haben, ein Zimmermädchen zu vergewaltigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich dafür ausgesprochen, erneut einen Europäer als Nachfolger ins Auge zu fassen, falls es zur Ablösung des Franzosen kommen sollte. Der Grund: Der IWF beteiligt sich mit Milliardenhilfen an den Rettungspaketen für Griechenland, Irland und Portugal. „Wir wissen, dass auf mittlere Zeiträume sicherlich die Schwellenländer auch Anspruch haben - sowohl auf den Posten des IWF-Chefs als auch auf den Posten des Weltbank-Chefs“, sagte Merkel. Es gebe in der jetzigen Phase aber gute Gründe, dass Europa auch gute Kandidaten zur Verfügung habe.

Widerspruch aus Peking

Das sieht die chinesische Regierung anders. Die Auswahl der Führungsspitze des Internationalen Währungsfonds solle auf der Basis von „Fairness, Transparenz und Leistung“ erfolgen, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Jiang Yu in Peking. „Wir haben die Situation zur Kenntnis genommen, weitere Anmerkungen dafür wären unangemessen.“

Länder wie China, Russland, Indien und Russland drängen seit Längerem darauf, mehr Einfluss im IWF zu bekommen. Dass immer ein Amerikaner an der Spirze der Weltbank steht und ein Europäer den IWF führt, sei nicht mehr zeitgemäß - und spiegele nicht den wirtschaftlichen Erfolg der aufstrebende Länder wider. Im Herbst 2010 hatten die Schwellenländer bereits ein höheres Stimmrecht im IWF erhalten.

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