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Streit um "Charlie Hebdo" Davutoglu vergleicht Netanjahu mit Paris-Attentätern

Der türkische Regierungschef Davutoglu übt scharfe Kritik an der neuen Mohammed-Karikatur aus „Charlie Hebdo“. Pressefreiheit bedeute nicht die Freiheit zur Beleidigung, sagt er. Scharf greift er zudem den israelischen Regierungschef an.

Der türkische Premierminister Ahmet Davutoglu. Quelle: REUTERS

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu mit den islamistischen Attentätern von Paris verglichen. „Genau wie diese Terroristen hat auch Netanjahu Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen“, sagte Davutoglu nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag in Ankara. Netanjahu habe Kinder im Gazastreifen bombardieren, Tausende Häuser zerstören und viele Palästinenser töten lassen. Die neue Mohammed-Karikatur von „Charlie Hebdo“ nannte Davutoglu eine „Provokation“.

„Pressefreiheit bedeutet nicht die Freiheit zur Beleidigung“, sagte der islamisch-konservative Regierungschef vor seinem Abflug nach Brüssel. „In diesem Land erlauben wir keine Beleidigung des Heiligen Propheten. Das ist eine sehr klare und grundsätzliche Haltung.“

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Die linksnationalistische Zeitung „Cumhuriyet“ hatte am Mittwoch in ihrer Druckausgabe unter anderem das „Charlie Hebdo“-Titelbild, das einen weinenden Propheten Mohammed zeigt, in verkleinerter Form abgedruckt. Ein türkisches Gericht hatte am Mittwoch zudem die Sperrung von Internetseiten angeordnet, auf denen das Titelbild veröffentlicht wurde. Am Donnerstagnachmittag war die Karikatur über das unabhängige Internetportal T24 aber weiterhin abrufbar.

Das pakistanische Parlament verurteilte die Veröffentlichung der neuen Mohammed-Karikatur durch die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ einstimmig. „Wir drängen die Internationale Gemeinschaft inklusive der Europäischen Union, sicherzustellen, dass solche Vorfälle nicht wiederholt werden“, hieß es in einer am Donnerstag in Islamabad verabschiedeten Resolution. Islamistische Gruppen kündigten für Freitag Protestmärsche in Pakistan an.

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Die Regierung im westafrikanischen Senegal verbot Verbreitung und Verkauf von „Charlie Hebdo“. Auch der Verkauf der örtlichen Tageszeitung „Liberation“, die die Mohammed-Karikatur nachgedruckt hatte, wurde untersagt, wie das Innenministerium in Dakar mitteilte.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas kritisierte, die neue Mohammed-Karikatur gieße nur „Öl auf das Feuer“. Die afghanischen Taliban begrüßten die Morde an den Machern von „Charlie Hebdo“. Mit dem Angriff von Paris seien die Schuldigen „ihrer gerechten Strafe zugeführt“ worden, hieß es in einer am Donnerstag im Internet veröffentlichten Erklärung der Extremisten.

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