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Studie Ein Drittel der UN-Beschäftigten hat schon einmal sexuelle Belästigung erlebt

Die UN haben eine Studie zu sexueller Belästigung in ihren Reihen in Auftrag gegeben. Das Ergebnis ist ernüchternd – auch wegen geringer Beteiligung.

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UN: Ein Drittel der Beschäftigten hat sexuelle Belästigung erlebt Quelle: dpa

New York Sexuelle Belästigung ist im UN-System laut einer Studie offenbar weit verbreitet. Ein Drittel der Befragten habe in den vergangenen zwei Jahren mindestens einen Vorfall erlebt, ging aus einer im November vom Beratungsunternehmen Deloitte vorgenommenen Online-Umfrage hervor. Sexuell aufgeladene Witze oder Geschichten gehören demnach zu den häufigsten Formen von Belästigung.

Der Fragebogen ging an das gesamte Personal der Vereinten Nationen und an Zeitarbeitskräfte sowie Auftragnehmer in Einrichtungen auf der ganzen Welt. Doch kamen nur 30.364 Rückmeldungen, was rund 17 Prozent der Befragten entspricht.

Die „mäßig geringe“ Resonanz deute darauf hin, dass „wir noch immer einen langen Weg vor uns haben, ehe wir über sexuelle Belästigung ganz offen reden können“, schrieb UN-Generalsekretär António Guterres in einem Brief an die Belegschaft, der am Mittwoch vorlag.

Es könne außerdem sein, dass es „einen anhaltenden Eindruck des Misstrauens, Wahrnehmungen der Untätigkeit sowie einen Mangel an Rechenschaft“ gebe.

Laut der Studie haben fast 38,7 Prozent der Befragten im Laufe ihrer Zeit bei den Vereinten Nationen schon einmal sexuelle Belästigung erlebt.

Auf das Erzählen anstößiger Geschichten oder Witze folgten demnach beleidigende Äußerungen über die Erscheinung, Körperform und sexuelle Aktivitäten einer Person. Solche Erfahrungen hätten 14,2 Prozent gemacht, hieß es.

Rund 10,1 Prozent hätten von unangenehmen Berührungen berichtet, 9,1 Prozent von unerwünschten Annäherungsversuchen. Und 1,3 Prozent der Teilnehmer meldeten Versuche sexueller Übergriffe oder vollendete Taten wie Vergewaltigung.

Die meisten Fälle von Belästigung meldeten Befragte, die sich als Frauen oder Homosexuelle zu erkennen gaben - und junge Mitarbeiter. Freiwillige und externe Berater waren den Angaben zufolge anfälliger als UN-Angestellte.

Eigene Datenbank geplant

UN-Generalsekretär Guterres mahnte mehr Maßnahmen zum Schutz dieser Gruppen an. Die UN hätten bereits Untersuchungen verstärkt und eine Datenbank angelegt, die die Wiedereinstellung von Personen verhindern solle, denen sexuelle Belästigung im UN-System vorgeworfen werde.

Zwar seien die in der Studie genannten Zahlen mit jenen in anderen Organisationen vergleichbar. Doch „können wir uns nicht mit der Vorstellung trösten, dass wir alle mit dieser Geißel zu kämpfen haben“, erklärte Guterres. „Als eine Organisation, die auf Gleichheit, Würde und Menschenrechten gegründet wurde, müssen wir als Vorbild vorangehen und Standards setzen.“

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