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Super Tuesday Nur Florida oder Hillary Clinton können Donald Trump noch stoppen

Donald Trump ist der große Gewinner der republikanischen Vorwahlen am Super Tuesday. Seine Nominierung wird damit wahrscheinlicher – es sei denn, in Florida kippt die Stimmung.

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Diese Kandidaten wollen 2016 ins Weiße Haus
Donald Trump Quelle: REUTERS
Jeb Bush Quelle: AP
Ben Carson Quelle: AP
Mike Huckabee Quelle: REUTERS
Marco Rubio Quelle: AP
Ted Cruz Quelle: REUTERS
Rand Paul Quelle: AP

Blonde Föhnfrisur, grimmiger Blick, drohender rechter Zeigefinger: Sieht so der nächste US-Präsident aus? Die Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trump - der boshafte Provokateur - der mächtigste Mann der Welt wird, ist sprunghaft gestiegen. Am Super Tuesday wählten gleich elf Bundesstaaten in den Vorwahlen ihren Favoriten. Sieben Mal gewann Donald Trump.

Selbst in den Staaten, die er nicht gewinnen konnte, hat Trump gut abgeschnitten und eine signifikante Nummer von Delegierten gewonnen. In Texas, aufgrund seiner Bevölkerungsgröße und der dementsprechend hohen Anzahl an Delegierten einer der wichtigsten Vorwahl-Staaten, siegte Trump-Rivale Ted Cruz. Für den Senator von Texas wäre alles andere als ein Sieg eine Katastrophe – und vielleicht gar das Aus – gewesen.

Cruz siegte mit knapp zehn Prozentpunkten Vorsprung, in Oklahoma mit 5,9 Prozentpunkten Vorsprung. In allen anderen Süd-Staaten, die am Dienstag wählten, gewann Trump – zum Teil mit über 20 Prozent Vorsprung.

Der Sieger des „Super Tuesday“ heißt auf Seiten der Republikaner eindeutig Donald Trump. Dementsprechend gut war die Stimmung auf der Wahlparty in Florida. „Ich bin so stolz“, jubelte Trump. Er habe bewiesen, dass er der geeignete Kandidat sei – und das Wählerpotenzial der Republikaner vergrößern könne. „Schauen Sie sich die Ergebnisse an. Deutlich mehr Menschen haben an den Vorwahlen teilgenommen als vor vier oder acht Jahren. Wir haben die Partei erweitert“, so Trump. Er sei jemand, der die Republikaner zusammenbringen werde.

Partei nennt Nominierung Trumps eine „Katastrophe“

Einzig: Die Parteiführung sieht das komplett anders. Gemäßigte, progressive Republikaner in Washington, D.C., halten eine Nominierung Trumps schlicht für eine „Katastrophe“. Bisher ruhten ihre Hoffnungen auf den Senator von Florida, Marco Rubio. Er gilt ihnen als konservativ genug, um die Protestwähler einzusammeln, ist er doch für den Waffenbesitz, für eine starke militärische Rolle der USA in der Welt – und gegen Obamacare, die in rechten Kreisen so ungeliebte Krankenversicherung. Gleichzeitig ist Rubio aber politikerfahren und gemäßigt genug, um Stimmen der Mitte einzusammeln, glauben führende Republikaner aus der Hauptstadt Washington D.C.

Das Problem: Rubio kommt beim Wähler nicht an. Der Wahl-Dienstag lief für Marco Rubio, den Favoriten der Parteiführung, alles andere als super. Einzig in Minnesota konnte Rubio siegen, sein erster Vorwahlsieg überhaupt. In vielen Bundesstaaten landete Rubio hinter Trump und Cruz nur auf dem dritten Platz. In Texas etwa reichte es für Rubio nicht einmal für 20 Prozent der Stimmen. Von dem Ausscheiden Jeb Bushs hat er weit weniger profitiert, als erhofft. Die Zukunft seiner Kandidatur entscheidet sich in zwei Wochen. Dann kommt es zum Showdown in Florida.

Eigentlich richten sich erst bei der Hauptwahl die Augen auf den sonnenverwöhnten „sunshine state“. Florida gilt als hart umkämpft, mal gewinnen hier die Demokraten, mal die Republikaner. Es ist ein Schmelztiegel, mit vielen Afro-Amerikanern und Hispanics, aber auch Wohnort vieler wohlhabender, konservativer, weißer Rentner.

Marco Rubio nennt Donald Trump einen "Hochstapler"

Die Republikaner müssen Florida im November gewinnen, wollen sie eine realistische Chance auf den Einzug ins Weiße Haus haben. Marco Rubio, Senator aus Florida, könnte diesen wichtigen Bundesstaat mit seinem Heimvorteil gewinnen, hoffen die Parteigranden. Doch in diesem Jahr steht Florida schon in den Vorwahlen im Fokus: Rubio muss Florida gewinnen und Trump schlagen – um überhaupt eine Chance auf die Nominierung zu haben.

„Ich bin sehr optimistisch, dass wir in Florida gewinnen können“, gab sich Rubio am Super Tuesday kämpferisch. Die Partei solle sich hinter ihn scharen, forderte er. Es gehe um die Zukunft der Konservativen. „Die Partei von Lincoln und Reagan und die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten werden niemals von einem Hochstapler übernommen werden“, sagte Rubio mit Blick auf Trump, den er mehrmals einen Lügner und Blender nannte.

Fakt ist: Gewinnt Trump sein Auswärtsspiel in Florida – Umfragen sehen ihn derzeit in Florida komfortabel vorne – kann Rubio schwerlich vermitteln, der aussichtsreichere Kandidat zu sein. Es wäre praktisch sein Ende. Beide – Rubio und Trump – werden in den kommenden Tagen gleich mehrere Wahlkampfauftritte in dem Südstaat abhalten. Florida ist der Königsmacher: Nur der „sunshine state“ kann eine Kandidatur Trumps wohl noch verhindern.

Trumps dümmste Ideen
Donald Trump Quelle: AP
Schlösser Quelle: Fotolia

Und bei den Demokraten? Da hat sich Hillary Clinton am „Super Tuesday“ erwartungsgemäß gegen Bernie Sanders durchgesetzt. Die frühere US-Außenministerin Clinton gewann zunächst mit Texas, Tennessee, Virginia, Georgia, Alabama, Massachusetts und Arkansas sieben der elf Staaten sowie das Außengebiet in Samoa.

Clinton muss eine Alternative bieten

Bernie Sanders gewann seinen Heimatstaat Vermont, siegte in Oklahoma, Minnesota und in Colorado. Dennoch: Hillary Clinton hat ihre Führung im Rennen um die Mehrheit der Delegiertenstimmen ausgebaut – und kann anfangen, an einer Strategie gegen Donald Trump zu arbeiten.

„Im ganzen Land haben Demokraten heute dafür gestimmt, Mauern einzureißen, so dass wir zusammen großartig sein können“, sagte Hillary Clinton bei einem Auftritt in Florida. „Amerika ist stark, wenn wir alle zusammen stark sind. Amerika hat nie aufgehört, großartig zu sein.“

Der erste Seitenhieb Richtung Trump – und die richtige Strategie, um den 69-Jährigen zu schlagen. Um Trump in die Schranken zu weisen, muss Clinton Amerika eine Alternative zu den Trump’schen Negativ-Nachrichten bieten. Sie muss auf die Stärken des Landes und des Liberalismus verweisen. Clinton darf sich nicht auf Schmierenkampagnen einlassen, sondern muss ihre Wähler mobilisieren: Frauen, Liberale, Millenials.

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Einen Fehler sollte Clinton nicht machen: Trump zu unterschätzen. Der Immobilienmogul hat eine erstaunlich große Wählerschaft hinter sich geschart, darunter viele Arbeiter und Mittelständler. Damit könnte Trump – sofern von den Republikanern nominiert wird – die Demokraten in einer Hauptwahl in Staaten angreifen, die eigentlich als klar demokratisch gelten. Pennsylvania etwa, oder Michigan und Wisconsin.

Donald Trump wird schwer zu stoppen sein. Florida kann am 15. März den ersten Versuch unternehmen.

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